Oracle zeigt sich im Cloud-Business sehr zufrieden, aber…

18. März 2019, 14:10
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Oracle geht davon aus, dass die Umsätze im laufenden vierten Quartal des Geschäftsjahres um bis zu zwei Prozent fallen oder bestenfalls stabil bleiben könnten.

Oracle geht davon aus, dass die Umsätze im laufenden vierten Quartal des Geschäftsjahres um bis zu zwei Prozent fallen oder bestenfalls stabil bleiben könnten. Dies sagten die Oracle-Chefs anlässlich der Präsentation der dritten Quartalszahlen des Fiskaljahres 2019.
Im dritten Quartal hat der Konzern zwar die Erwartungen der Analysten mehrheitlich erfüllt, aber einige Marktbeobachter zeigten sich vom Geschäftsausblick enttäuscht. Analysten von JP Morgan sagten zu 'Reuters', die Entwicklung des Cloudgeschäfts gehe bei Oracle nur langsam und holprig vonstatten.
Hartnäckig hält sich auch das Urteil, Oracle sei zu langsam mit Cloud-Lösungen und verliere deshalb an Attraktivität für bisherige und neue Kunden, welche Cloud-Lösungen suchen. Brad Reback, Analyst bei Stifel Nicolaus & Co., sagte im 'Wall Street Journal', das derzeitige Investitionsumfeld für IT sei das robusteste seit zwei Jahrzehnten, aber "die Welt zieht an Oracle vorbei."
Oracle meldete zum Cloud-Business, dass die Einnahmen aus Cloud-Services und Lizenz-Support sich im dritten Quartal des Fiskaljahres auf 6,66 Milliarden US-Dollar (plus ein Prozent) beliefen, während Analysten 6,64 Milliarden US-Dollar erwartet hatten. Die Einnahmen aus Cloud-Lizenzen und On-Premise-Lizenzen beliefen sich laut Oracle auf 1,25 Milliarden US-Dollar, während Analysten von 1,24 Milliarden ausgegangen waren.
Oracle hat seine Berichterstattung im letzten Jahr geändert und kombiniert seither das Cloud-Geschäft mit dem Lizenz-Support-Geschäft. Dies erschwert die Analyse, was zu Unmut, Verunsicherung und Negativ-Berichterstattung geführt hat.
Jedenfalls wertete Co-CEO Safra Catz das Cloud-Wachstum des Unternehmens positiv. "Als Prozentsatz unseres gesamten Software-Geschäfts hat sich Cloud bis heute mehr als verdoppelt im Vergleich zu vor drei Jahren und gibt uns die Möglichkeit, das Wachstum des gesamten Software-Umsatzes zu beschleunigen, während sich dieser Mix weiter verschiebt", sagte sie in einem Analystengespräch laut 'Wall Street Journal'.
CEO Mark Hurd gab laut 'Diginomica' etwas konkreteren Einblick in das Oracle-Business mit der Cloud: "In Bezug auf die SaaS-Einnahmen und -Buchungen stieg (der Bereich, Anm. d. Redaktion) Fusion-Apps um 35 Prozent an… Der jährliche SaaS-Umsatz von ERP und HCM beträgt nun 2,8 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Anstieg in der Mitte der 20er (Prozentsätze). Der Umsatz von Fusion ERP stieg organisch um 47 Prozent. Der Umsatz von NetSuite stieg um 28 Prozent. Die Buchungen liegen in der Mitte der 30er (Prozentsätze) sogar noch höher. Unser vertikaler Umsatz stieg um 38 Prozent und unser jährlicher Umsatz in den vertikalen Märkten beträgt jetzt über 800 Millionen US-Dollar", so Hurd.
Von speziellem Interesse ist das neue Datenbankprodukt, die "autonome Datenbank": "Wir zählten 4000 neue Trials alleine im dritten Quartal. Fast 1000 zahlende Kunden. Wir gewinnen viele neue Kunden hinzu und sehen einen grossen Durchbruch, wobei 20 Prozent bei unseren Autonomous Data Warehouse Trials auch Analytics verwenden. Wir haben über 35 Referenzkunden und erwarten bald mehr als 100 zu haben", sagte Hurd laut 'Diginomica'.
20 Prozent der Autonomous-Database-Kunden seien Neukunden bei Oracle, fügte Hurd an. Und er wiederholte eines der Mantras, die wir bei unseren Recherchen an der Oracle OpenWorld immer wieder hörten: Mit der sich selbst patchenden Autonomen Datenbank können Oracle-Sales mit CEOs sprechen, einer ganz neuen Ansprechgruppe, statt dass man wie bis anhin mit IT-Verantwortlichen oder Sys-Admins rede. Dies zeige sich einfach noch nicht in den Zahlen, so Hurd. Namen von Referenzkunden nannte Hurd keine.
Larry Ellison, CTO und Chairman, wies seinerseits auf "Forscher von Universitäten" hin, welche aus Kostengründen von AWS in die Oracle-Cloud wechseln würden. Konkrete Namen blieb aber auch Ellison schuldig.
Die Oracle-Aktie verlor in der Folge der Ankündigung letzten Freitag bis zu drei Prozent, aber hat sich bis jetzt wieder erholt. (mag)

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