Oracles "Cloud-Datenbank" vor Markteintritt

25. Juni 2013, 11:44
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"Container" Datenbank und "Pluggable Databases"

Erst vor kurzem hat SAP eine eigene Computer-Cloud angekündigt, Datenbank-Version 12c (das „c“ steht für Cloud) vorgestellt. Die "Cloud-Datenbank" wird in Kürze auf den Markt kommen. Wie bei der Konkurrenz will Oracle damit die Software-Prozesse beschleunigen, gleichzeitig aber auch die Verwaltung vereinfachen und die Ressourcen effizienter nutzbar machen. Und auch hier kommt In-Memory-Technologie zum Einsatz.
Entscheidend ist bei Oracle die Architektur, die eine Teilung zwischen einem gemeinsam genutzten "Container" und verschiedenen Datenbankbeständen vornimmt, die auf den Container zugreifen können. Konkret wird versprochen, über die zentrale Container Datenbank (CDB) unterschiedliche, schnell aufzugleisende Datenbanken – sogenannte Pluggable Databases (PDB) – einzubinden, die etwa eine ERP- oder CRM-System umfassen können, so dass ein grosses Framework entsteht. Damit könne man dann beispielsweise die Hardware effizienter nutzen, Updates nur auf der CDB fahren und die Storage-Landschaft schonen, weil nur noch Änderungen einzelner PDBs gespeichert werden. Die diversen Anwendungen teilen sich also gleichsam den zentralen Container, wie das bei den heute üblichen "echten" Cloud-Angeboten üblich ist.
Stärkere Kompromierung wegen Kolonnenorientierung
So reduziere sich etwa der Hardware-Bedarf, weil die PDBs gemeinsam Speicher und Memory nutzen. Und weil sich Datenbank-Arbeiten wie Replikationen und Snapshots spezifisch auf einzelne Anwendungen herunterbrechen lassen, also nicht mehr zentral im Container auszuführen sind, werden auch hier die Ressourcen effizienter genutzt. Als wesentlichen Vorteil der neuen Datenbank-Version nannte Oracle, dass sie Spalten-basiert arbeite, stärker als die Vorgänger Versionen die Daten komprimiere und insgesamt schneller funktioniere.
Offen ist allerdings noch, wie viel von all den Versprechen tatsächlich in der Realität anzutreffen sein werden. Denn beim CERN in Genf, einem Pilotkunden, der Oracle 12c getestet hat, berichtete man kürzlich, dass es beispielsweise "praktisch keine Unterschiede punkto Performance zwischen den älteren Releases und Anwendungen gibt, die als PDB auf der neuen 12c realisiert wurden", wie Computerworld festhielt. Nützlich sei die neue Version dagegen beim einfachen Cloning von PDBs etwa zu Testzwecken und sie umfasse bessere Synchronisationsmechanismen. (vri)

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