Oracles Cloud-Offensive zahlt sich aus

22. Juni 2017, 09:31
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Die Bemühungen des Softwareriesen Oracle, sich im Cloud-Geschäft festzusetzen, scheinen sich auszuzahlen.

Die Bemühungen des Softwareriesen Oracle, sich im Cloud-Geschäft festzusetzen, scheinen sich auszuzahlen. Oracle konnte im vierten Quartal seines Geschäftsjahrs 2017, das am 31. Mai endete, seinen Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um drei Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar erhöhen. Der Reingewinn stieg sogar um 15 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Finanzanalysten im Vorfeld, die allerdings laut dem 'Wall Street Journal' eher bescheiden waren. Der Aktienkurs stieg nach der Veröffentlichung der Zahlen um rund zehn Prozent.
Oracle kann in all seinen Cloud-Geschäftsbereichen grosse Wachstumszahlen vorweisen: Der Umsatz mit Platform- und Infrastructure-as-a-Service-Angeboten wuchs um 58 Prozent auf 397 Millionen Dolllar, der Umsatz mit Software-as-a-Service um 67 Prozent auf 964 Millionen Dollar.
Wie schon in den vergangenen Quartalen stagnierten oder schrumpften dagegen die Umsätze im klassischen Geschäft. Die Einnahmen mit Lizenz-Updates und Support wuchsen um zwei Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Die Einnahmen durch neue Softwarelizenzen gingen gleichzeitig um fünf Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar zurück - immerhin ist dies der geringste Rückgang in den letzten beiden Jahren. Der Umsatz im Hardwarebereich sank dagegen ein weiteres Mal im zweistelligen Prozentbereich, diesmal um 13 Prozent auf noch 1,1 Milliarden Dollar.
Oracle scheint gegenwärtig vor allem dabei erfolgreich, bestehende Softwarekunden dazu zu bewegen, ihre Anwendungen in die Oracle-Cloud - und nicht die Cloud eines Konkurrenten - zu verlegen. AT&T beispielsweise, sagte Oracle-Chef Larry Ellison, plane tausende von Datenbanken mit Petabytes an Daten sowie die dazugehörenden Applikationen in die Oracle-Cloud zu verlegen. Er erwarte, dass sich im kommenden Jahr noch viel mehr Kunden zu diesem Schritt entschliessen würden.
Einige Kritiker glauben allerdings, dass Oracle, um seine operative Marge hochzuhalten, weiterhin zu wenig in seine Cloud-Infrastruktur investiere, um langfristig mit der Konkurrenz von AWS, Microsoft und Google mithalten zu können. Oracle hat, wie das 'Wall Street Journal' analysiert, seine Kapitalinvestitionen im abgelaufenen Geschäftsjahr von 1,19 im Vorjahr auf 2,02 Milliarden Dollar erhöht. Amazon, Microsoft und Google hätten zusammengenommen allerdings 31,5 Milliarden Dollar investiert, wovon ein grosser Teil in die Erhöhung ihrer Rechenzentrumskapazität geflossen sein dürfte. (hjm)

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