Oracles neue Hardware-Hoffnungsträger

27. September 2011 um 12:43
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Oracle hofft mit seinen neuen Sparc-T4-Servern IBM und HP im Unix-Markt wieder Marktanteile abnehmen zu können.

Oracle hofft mit seinen neuen Sparc-T4-Servern IBM und HP im Unix-Markt wieder Marktanteile abnehmen zu können.
Oracle hat gestern Abend seine erste Generation von Servern lanciert, die auf dem neuen Sparc-T4-Chip basieren. Die Spanne reicht vom Sparc T4-1 mit einer bis zum T-4-4 mit vier CPUs. Dazu kommt noch der "SuperCluster", eine mit bis zu vier T4-4-Servern sowie Storage- und Netzwerkkomponenten ausgerüstete, vorkonfigurierte High-end-Maschine in einem Rack, die sich auf bis zu acht Racks ausbauen lässt.
Oracle propagiert die T4-Server im Gegensatz zu den nur zum Betrieb von Oracle-Software ausgelegten Exadata- und Exalogic-Maschinen als "General Purpose", also "Allzweckserver". Eine gewisse Vorliebe für Oracle-Software können sie aber trotzdem nicht verleugnen, vor allem der SuperCluster. Alle T4s sind laut Oracle für Oracles Unix-Variante Solaris "optimiert", und bei den SuperClustern sollen diverse von Exadata und Exalogic übernommene Features dafür sorgen, dass Oracle-Datenbanken, -Middleware und –Applikationen darauf besonders schnell laufen. Passend dazu bringt Oracle auch gleich zwei auf SuperCluster basierende "Optimized Solutions" auf den Markt, eine für Oracles PeopleSoft Human Capital Management, die andere für Oracles WebCenter. Weitere sollen folgen.
Mit der neusten Generation der Sparc-T-Chips verabschiedet sich Oracle ein Stück weit vom bisherigen Design-Paradigma der T-Familie. Bisher wurden immer mehr Kerne in die T-Chips eingebaut, die zudem immer mehr Software-Threads parallel verarbeiten konnten. Gleichzeitig blieb die Performance der einzelnen Cores und Threads relativ schwach blieb. Nun wurde die Zahl der Kerne verglichen mit der letzten Generation wieder auf acht halbiert, gleichzeitig aber die Performance der Kerne deutlich gesteigert. Zudem sorgt ein neues Feature dafür, dass bestimmte Threads nach Bedarf bevorzugt und damit schneller verarbeitet werden können, was bei vielen Applikationen Verbesserungen bringen sollte.
Früher verwendeten manche Sun-Vertreter den Ausdruck "extreme Parallelism", um die Eingeschaften der Sparc-T-CPUs zu betonen. Jetzt hat Oracle-CEO Larry Ellison den Ausdruck rezykliert, aber verwendet ihn für etwas ganz anderes. Gemeint ist nun die parallele, stark verzahnte gemeinsame Entwicklung von Servern, Storage und Software unter dem Oracle-Dach.
Oracle hat seit der Übernahme von Sun den Serverbereich klar profitabler gemacht, als er dies unter Sun noch war, gleichzeitig aber Marktanteile verloren. Die Marge an sich ist zwar sehr wichtig für Ellison, letzteres entspricht aber doch nicht ganz den Hoffnungen bei der Übernahme. Mit den T4-Servern soll nun Gegensteuer gegeben werden. Die Hauptkonkurrenten im Unix-Server-Markt sind HP und IBM. Oracle zieht denn auch die bei Server-Neulancierungen üblichen Leistungs- und Preisvergleiche vor allem zu Produkten dieser beiden Konkurrenten. Das Preis/Leistungsverhältnis sei beispielsweise bei einem Sparc-T4-4-Server rund ein Drittel besser, als bei einem IBM Power 780 und 2,6 mal besser, als bei einem HP Superdome 2 mit 16 Itaniums. (hjm)

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