Oracles Prestigerennen mit Salesforce

18. März 2015, 10:50
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Wachstum wäre da - wenn der starke Dollar nicht wäre.

Wachstum wäre da - wenn der starke Dollar nicht wäre.
Mit seinen neusten Quartalszahlen erfreut Oracle seine Aktionäre in mehrerer Hinsicht. Einerseits kann der Softwareriese einige gute Trends in den Zahlen vorweisen, und andererseits beschenkt er seine Aktionäre mit einer Dividendenerhöhung. Die Dividende wird um 25 Prozent auf 15 Cents pro Aktie erhöht. Bei einem Reingewinn von 56 Cents pro Aktie schüttet Oracle also etwas mehr als ein Viertel seines Reineinkommens an die Aktionäre aus. Der grösste einzelne Profiteur ist übrigens der Oracle-Gründer Larry Ellison, der rund 25 Prozent der Aktien besitzt. Sein jährliches Dividendeneinkommen steigt laut 'Wall Street Journal' auf rund 700 Millionen Dollar.
Oracle konnte im dritten Quartal seines Geschäftsjahrs 2015 eigentlich ein gutes Umsatzwachstum erzielen. Wäre der Dollarkurs konstant geblieben, hätte Oracle Umsatzzuwächse von 7 Prozent im Software- und Cloud-Business sowie 5 Prozent im Hardwarebusiness verzeichnen können. Allerdings ist der Dollar gestiegen, und darum sieht dies in der Dollarbilanz anders aus: Der Gesamtumsatz blieb im Vergleich zum Vorjahresquartal fast unverändert bei 9,3 Milliarden Dollar. Der Reingewinn sank um 3 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar.
Oracle hat wie andere IT-Riesen endlich damit begonnen, seine Cloud-Umsätze gesondert auszuweisen. Der Umsatz mit Software-as-a-Service- (SaaS) und Platform-as-a-Service-Angeboten (PaaS) stieg demgemäss im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent auf 372 Millionen Dollar, der Umsatz mit Infrastructure-as-a-Service um 32 Prozent auf 155 Millionen Dollar. Laut Larry Ellison ist Oracle auf bestem Weg dazu, im laufenden Geschäftsjahr neue SaaS- und PaaS-Verträge im Wert von über einer Milliarde Dollar pro Jahr abzuschliessen - gemäss Ellison wächst Oracles Cloud-Business damit gegenwärtig schneller als das aller anderen grossen Cloud-Provider. Für Ellison scheinen aber nicht die Cloud-Riesen wie Amazon, Microsoft, IBM oder Google der emotionale Bezugspunkt zu sein. Er sieht sich hauptsächlich in einem Privatduell mit Salesforce.com und dessen Chef, Ellisons Intimfeind Marc Benioff: "Das wird ein enges Rennen". Salesforce.com hofft ebenfalls, dieses Jahr neue SaaS- und PaaS-Verträge im Wert von über einer Milliarde Dollar einheimsen zu können. (hjm)

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