Orang-Utans "begreifen" iPads

10. Mai 2012, 10:56
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Apps for Apes: Zoos experimentieren mit berührungsempfindlichen Tablets zur Kommunikation mit den klugen Menschenaffen. Mit Erfolg.

Apps for Apes: Zoos experimentieren mit berührungsempfindlichen Tablets zur Kommunikation mit den klugen Menschenaffen. Mit Erfolg.
Wie die Nachrichtenagentur 'Associated Press' berichtet, versucht der Zoo von Miami, iPads zur Kommunikation mit Orang-Utans zu verwenden. Schon seit langem ist bekannt, dass man Orang-Utans und anderen Menschenaffen beibringen kann, Handzeichen und Bilder zur Kommunikation zu verwenden. So können sie zum Beispiel einfache Fragen beantworten, Objekte identifizieren oder bestimmte Bedürfnisse anzeigen.
Angesichts dieser Fähigkeiten liegt es nahe, dass sie auch Bilder auf einem Tablet erkennen und mit dem berührungsempfindlichen Bildschirm etwas anfangen können. Die Hoffnung bei der Verwendung von Tablets ist es, den Tieren auch die Kommunikation mit Menschen zu ermöglichen, die selbst nicht in der Verwendung einer bestimmten Zeichen- oder Bildsprache trainiert wurden.
Die Jüngsten lieben es, die Alten ignorieren es
Im Zoo von Miami werden den Orang-Utans Bilder auf den iPads gezeigt. Ihre Betreuer nennen den Namen eines der vorhandenen Objekte, und die Orangs haben gelernt, daraufhin den entsprechenden Button auf dem Bildschirm zu berühren. Im "Unterhaltungsprogramm" verwenden die Affen die iPads laut 'Associated Press' zudem auch, um zu zeichnen, oder einfache Spiele zu spielen.
Amüsant: Die Aufgeschlossenheit gegenüber der modernen Technik scheint bei den Orang-Utans ähnlich vom Alter abzuhängen, wie bei uns Menschen. Die beiden Jüngsten der sechsköpfigen Gruppe, ein achtjähriges Zwillingspaar, "lieben" laut der Projektleiterin Linda Jacobs die Geräte, und auch die Teenager der Gruppe mögen sie. "Es ist als ob sie sagen wollen: 'Das begreife ich'," so Jacobs. "Unsere beiden Älteren dagegen sind schlicht nicht interessiert. Ich denke, sie finden, dass sie ja bisher auch ganz gut ohne diese neuen Fähigkeiten und diese iPad-Dinger in der Welt zurecht gekommen sind."
Apps for Apes – und Videokonferenzen
Ein grundsätzliches Problem gibt es aber noch: Die für Menschen konzipierten iPads sind nicht stabil genug, um sie den Menschenaffen tatsächlich in die Hände zu geben. Das würden sie kaum mehr als ein paar Minuten lang überleben. Die Betreuer können die Tablets ihren Schützlingen daher nur zeigen, und diese dürfen nur den Bildschirm berühren. Die Bildschirme und Icons sind zudem für die Hände der Orang-Utans zu klein, oft berühren sie mehr als einen Button gleichzeitig. Linda Jacobs hofft aber, bald grosse "Orang-Utan-sichere" Bildschirme zur Verfügung zu haben. Einer davon könnte dann, so ihre Idee, im Gehege montiert werden, und ein weiterer ausserhalb. So könnten die Orang-Utans vielleicht eines Tages sogar mit Zoobesuchern kommunizieren.
Der Zoo von Miami ist nicht der einzige Zoo, der mit Tablets experimentiert. Die Organisation Orangutan Outreach beispielsweise organisiert unter dem sinnigen Projekttitel "Apps for Apes" ähnliche Experimente in anderen Tierparks wie dem Zoo von Milwaukee. Bei Orangutan Outreach träumt man sogar davon, den Zootieren eines Tages Videokonferenzsysteme zur Verfügung zu stellen, damit diese mit Familien- oder Gruppenmitgliedern kommunizieren können, die von ihnen getrennt und in anderen Zoos untergebracht wurden. (Hans Jörg Maron)
(Foto: Orangutan Outreach)

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