Orange heisst bald nicht mehr Orange

31. März 2015, 07:38
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Der drittgrösste Schweizer Telekom-Anbieter wird seinen Namen noch im laufenden Jahr wechseln.

Der drittgrösste Schweizer Telekom-Anbieter wird seinen Namen noch im laufenden Jahr wechseln.
Nach der erst vor kurzem erfolgten Übernahme des Schweizer Mobilfunkanbieters Orange durch den französischen Unternehmer Xavier Niel geht's nun rasch: Das Unternehmen ändert noch im laufenden Jahr seinen Namen.
Unter welcher Marke das Unternehmen künftig auftritt, wird aber erst am 23. April bekannt gegeben, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Medienmitteilung von Orange hervorgeht. Darin wird die neue Marken- und Namensgebung als logischen Schritt in der weiteren Entwicklung des Unternehmens bezeichnet.
Die Rechte, den Namen Orange in der Schweiz zu nutzen, hätte das Unternehmen gemäss Angaben vom vergangenen Jahr noch bis Anfang 2017 nutzen können. Die Marke gehört dem französischen Orange-Konzern, der früher France Telecom hiess. Dieser war früher auch Besitzer von Orange Schweiz, ehe das Schweizer Mobilfunkgeschäft vor drei Jahren der britischen Beteiligungsgesellschaft Apax verkauft wurde.
Ob der rasche Namenswechsel in der Schweiz auch damit zusammenhängt, dass Xavier Niel seit 2012 mit dem von ihm kontrollierten Mobiltelefonieanbieter Iliad in Frankreich als Preisbrecher auftritt und deshalb dort in harter Konkurrenz mit Orange steht, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Namenswechsel bereits vor Jahresfrist angepackt
Dass Orange nur rund zwei Monate nach dem Besitzerwechsel bereits seinen Namen ändern kann, hängt mit den längst in Angriff genommenen Vorarbeiten dazu zusammen. Gemäss Orange-Schweiz-Chef Johan Andsjö dachte die Firma seit rund einem Jahr über einen neuen Namen nach.
Obwohl die Namenslizenz erst im Frühjahr 2017 ausläuft, habe man mit einer frühen Aufgleisung des Rebrandings die nötige Flexibilität schaffen wollen, um nicht kurz vor Auslaufen der Namenslizenz solch eine wichtige unternehmerische Entscheidung treffen zu müssen, sagte Andsjö.
"Wir haben dann im Dezember während des Verkaufsprozesses unsere Ideen Xavier Niel präsentiert und waren glücklich, dass sie ihm gefallen haben". So sei die Umbenennung zwar zeitlich gesehen ein logischer Schritt des Besitzerwechsels, der Ende Dezember bekannt wurde und am 23. Februar vollzogen wurde. Die Vorarbeiten dafür hätten aber viel eher begonnen.
Im Gespräche mit der Nachrichtenagentur 'sda' sagte Andsjö weder, wie Orange Schweiz inskünftig heissen werde, noch, ob sich die Art der Angebote nach dem Besitzerwechsel bedeutend verändern werde. Einzelheiten zum neuen Auftritt würden erst am 23. April bekanntgegeben, hiess es von Seiten des Orange-Chefs.
Andsjö betonte aber, dass die bisherigen Abos und Angebote auf alle Fälle weitergeführt würden und auch an den Investitionen in den Ausbau der Mobilfunknetzwerke festgehalten werde. Wie die anderen Mobilfunkanbieter baut Orange derzeit insbesondere die Netze für die schnelle Übertragung von Daten aus.
Ebenfalls keine Auswirkungen hat der Namens- und Besitzerwechsel gemäss Andsjö auf die Struktur von Orange Schweiz und den Personalbestand. Der Mobilfunkanbieter hat allerdings bereits im vergangenen Jahr seine Kosten erheblich gesenkt, insbesondere die Personalkosten. So sank die Zahl der Vollzeitstellen von Herbst 2013 bis Herbst 2014 um rund 7 Prozent.
Gewinn gesteigert
Orange hat darüber hinaus aktuelle Zahlen präsentiert. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres hat der Mobilfunkanbieter noch einen sinkenden Umsatz verzeichnet. Gegen Ende des Jahres hat sich das Blatt aber gewendet.
So konnten in den letzten drei Monaten des Jahres sowohl Kundenzahl als auch Umsatz deutlich gesteigert werden. Im ganzen Jahr resultierte schliesslich ein Anstieg der Kundenzahl um 0,9 Prozent auf knapp 2,17 Millionen. Dabei stieg die Zahl der Kunden mit einem Abo um 2,3 Prozent, derweil die Kunden, die ein Prepaid-Angebot nutzen, weniger wurden.
Der Umsatz stieg um 1,9 Prozent auf 1,32 Milliarden Franken. Als Grund für den Umschwung wurde im Communiqué eine starke Dynamik bei den Verkaufsaktivitäten im vierten Quartal genannt. Diese Entwicklung wurde erst nach der zuvor abgeschlossenen Umstellung der IT-Systeme möglich.
Dass trotz Pauschalangeboten und dadurch tendenziell sinkenden Einnahmen aus einzelnen Telefongesprächen ein Umsatzplus resultierte, hängt indes auch mit Mehreinnahmen aus dem Verkauf von Telefonen zusammen.
Der gesteigerte Gesamtumsatz führte gemäss Communiqué zusammen mit der hohen Zahl von neuen Abschlüssen für Datenabos zu einer Zunahme des operativen Gewinns vor Abschreibungen (EBITDA). Dieser fiel 2014 mit 433,8 Millionen Franken um 11 Prozent höher als im Jahr davor aus. (sda/mim)

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