Orange schrumpft weiter

27. November 2014, 10:23
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Orange hat in den ersten neun Monaten trotz weniger Umsatz mehr Gewinn eingefahren.

Orange hat in den ersten neun Monaten trotz weniger Umsatz mehr Gewinn eingefahren. Der Umsatz schrumpfte um 3,2 Prozent auf 933,4 Millionen Franken. Dagegen nahm der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) um 3,0 Prozent auf 279,4 Millionen zu.
Die Resultate seien ganz ok, sagte Orange-Chef Johan Andsjö am Donnerstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'sda'. "Wir haben erwartet, dass das dritte Quartal relativ flau werde bis zum Start der neuen Abos am Quartalsende." Danach habe das Geschäft wieder deutlich angezogen. Unter anderem hatte Orange ein Abo lanciert, das nur in den Poststellen verkauft wird.
Der Umsatzrückgang sei unter anderem auf die anhaltende Preiserosion im Schweizer Mobilfunkmarkt zurückzuführen. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde schrumpfte um 6,9 Prozent auf 40,1 Franken pro Monat. Neben dem Preiszerfall nahmen die SMS ab, die einzeln verrechnet werden, weil immer mehr Kunden mit Pauschaltarifen ausgerüstet sind.
Immer mehr surfen unterwegs
So legten die mobilen Breitbandangebote um 30 Prozent zu, was einen Teil des Umsatzrückgangs wettmachte. Der Datenverkehr auf dem schnellen LTE-Netz habe sich im Vergleich zur Vorjahresperiode mehr als verdoppelt, hiess es weiter. Bei Neuabschlüssen griffen 71 Prozent mehr Kunden zu mittleren und teuren Datenpaketen als vor einem Jahr.
Schub habe es durch die neuen Abos und die Lancierung des iPhone 6 gegeben, sagte Andsjö. Mittlerweile seien bereits die Hälfte aller Handys und Tablets auf dem Markt LTE-fähig. Das LTE-Netz decke 90 Prozent der Bevölkerung ab. Das Unternehmen plant, über zusätzliche 1000 Handyantennen mit LTE auszurüsten, um den rapide steigenden Datenverkehr bewältigen zu können.
Profitabilität gesteigert
"Insgesamt bin ich glücklich, dass wir die Profitabilität steigern konnten", sagte der Orange-Chef. Der Betriebsgewinn (EBIT) verbesserte sich gar um 18,9 Prozent auf 165,8 Millionen Franken. Die Probleme mit den fehlerhaften Rechnungen seien vorbei.
Auf der anderen Seite hat Orange die Kosten gedrückt. So sanken die Ausgaben für Interkonnektion, Inhalte und Werbung sowie die Personalkosten deutlich. Das Telekomunternehmen hat die Zahl der Vollzeitstellen in den letzten zwölf Monaten von 939 auf 871 reduziert.
Unter dem Strich erreichte der Gewinn der Holdinggesellschaft Matterhorn Mobile 23,2 Millionen Franken. Vor einem Jahr hatte hier noch ein Verlust von 2,3 Millionen gestanden.
Der Kundenbestand bei Orange blieb stabil bei 2,1 Millionen, wie der Mobilfunkanbieter in einem Communiqué mitteilte. Die Zahl der lukrativen Abokunden wuchs gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Prozent auf 1,1 Millionen. Dagegen nahm der Bestand an Prepaidkunden um 2,8 Prozent auf 992'000 ab. (sda/mim)

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