Orange Schweiz wird verkauft

18. Dezember 2014 um 10:34
  • telco
  • orange
  • sunrise
  • verkauf
image

Drei Jahre nach dem ersten Versuch greift Xavier Niel zu und bezahlt 2,8 Milliarden Franken für den drittgrössten Schweizer Provider.

Drei Jahre nach dem ersten Versuch greift Xavier Niel zu und bezahlt 2,8 Milliarden Franken für den drittgrössten Schweizer Provider.
Die britische Beteiligungsgesellschaft Apax verkauft den Mobilfunkanbieter Orange Schweiz an den französischen Telekomunternehmer Xavier Niel (Foto), der in Frankreich den Anbieter Iliad besitzt. Niel legt 2,3 Milliarden Euro (2,8 Milliarden Franken) auf den Tisch, wie Orange am Donnerstag bekannt gab. Die Übernahme läuft über NJJ Capital, das private Holding-Unternehmen von Xavier Niel.
Niel wollte Orange bereits vor drei Jahren übernehmen.
Der Verkauf von Orange an Niel soll per Ende des ersten Quartals 2015 abgeschlossen sein, vorausgesetzt, die Behörden stimmen zu. Gabriele Cipparrone, Partner bei Apax Partners, sagt zum Verkauf: "Orange Schweiz war eine wichtige und äusserst erfolgreiche Investition. Wir sind stolz darauf, in den letzten drei Jahren ein wichtiger Teil in der Entwicklung dieses Unternehmens gewesen zu sein, und dass wir Johan und sein Team unterstützen konnten, das Unternehmen erfolgreich zu modernisieren. Für uns ist klar: NJJ Capital ist der richtige neue Partner für Orange auf ihrem Weg hin zu einer starken Herausforderin im Schweizer Mobilfunkmarkt."
Auswirkung aufs Personal? Keinen Kommentar
Orange-Chef Johan Andsjö wird in der Mitteilung mit der Aussage zitiert, Apax sei sehr wichtig gewesen "bei unseren Anstrengungen, das Unternehmen zu modernisieren und die Organisation anzupassen." Die Strategie bringe dem Unternehmen und allen Kunden "schon jetzt klare Vorteile". Keinen Kommentar abgeben wollte Andsjö auf die Frage nach den Auswirkungen fürs Personal und zur Verwendung der Marke Orange. Gemäss der Vereinbarung mit France Télécom darf Orange Schweiz die Marke hierzulande noch bis zum ersten Quartal 2017 verwenden. Ralf Beyeler, Telekom-Experte beim Vergleichsdienst Comparis, erwartet trotzdem, dass in der nächsten Zeit auch der Name Orange verschwinden wird: "Der neue Eigentümer wird kaum die Namensrechte weiter an die Orange-Holding zahlen wollen."
Niel hat laut der Mitteilung die Entwicklung von Orange seit dem Verkauf an Apax "sehr eng mitverfolgt". NJJ Capital werde den Kunden, den Mitarbeitenden und dem Management Kontinuität bieten. "NJJ Capital ist ein langfristiger, strategischer Investor, der ausgewiesenen Telecom-Spezialisten gehört und von ihnen geführt wird, und dessen Ziel es ist, Best Practices mit dem Orange Schweiz Management zu teilen und auszutauschen. Meine oberste Priorität wird es sein, in der Zukunft Orange Schweiz entsprechend dem Schweizer Umfeld und seinen Gepflogenheiten zu führen", so Niel. (mim)

Loading

Mehr zum Thema

image

Swisscom verklagt Sunrise auf 90 Millionen Franken Schadenersatz

UPC hatte erklärt, für sein Mobile-Angebot zu Swisscom zu wechseln, was mit der Übernahme von Sunrise aber hinfällig wurde. Swisscom macht deshalb eine Vertragsverletzung geltend.

publiziert am 21.2.2024
image

Bundesrat will bei Strommangel gewisse Webseiten sperren

Es geht vor allem um Medien-Sites, die viel Traffic verursachen.

publiziert am 21.2.2024 1
image

Vor 35 Jahren: Der erste moderne GPS-Satellit startet

Das ursprünglich vom US-Militär gestartete GPS-Projekt durchdringt heute unser Leben.

publiziert am 16.2.2024 2
image

Schweizer Telcos gegen Katastrophen-Schutz­mass­nahmen fürs Mobilnetz

Der Bundesrat will, dass Batterien und Generatoren angeschafft werden, um Antennen bei einem Strom-Blackout 72 Stunden lang in Betrieb zu halten. Das ist der Branche zu teuer.

publiziert am 16.2.2024 1