Orange und Sunrise sollen gemeinsames Netz bauen

17. September 2009, 09:21
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Anbieter sollen beim Bau des LTE-Mobilfunknetzes kooperieren, sagt ComCom-Präsident Furrer. Während Sunrise-Chef Brand grundsätzlich zustimmt, spricht Orange von Umsetzungsproblemen.

Anbieter sollen beim Bau des LTE-Mobilfunknetzes kooperieren, sagt ComCom-Präsident Furrer. Während Sunrise-Chef Brand grundsätzlich zustimmt, spricht Orange von Umsetzungsproblemen.
Um die Milliardeninvestitionen in die vierte Mobilfunkgeneration LTE (Long Term Evolution) zu finanzieren, sollen Sunrise und Orange ein gemeinsames Netz bauen, sagt ComCom-Präsident Marc Furrer. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin 'Cash'. Und Sunrise-CEO Christoph Brand stimmt zu: "Für eine Netzgeneration braucht es beim Bau und Unterhalt Kooperationen, die weit über das heutige Niveau hinausgehen."
Die Datenflut nimmt auch auf Mobilfunknetzen immer mehr zu und bringt die heutigen Netze an ihre Grenzen. So hat sich das Volumen zwischen August 2007 bis 2009 verdoppelt. Die Mobilfunkanbieter müssten für das neue LTE-Mobilfunknetz mit Investitionen in der Höhe von "hohen dreistelligen Millionen-Beträgen" rechnen. Gemäss 'Cash' betragen die notwendigen Investitionen gesamthaft zwischen 2 und 3 Milliarden Franken.
Für die Mitbewerber von Swisscom, Sunrise und Orange, ein (zu) hoher Einsatz. ComCom-Präsident Furrer sieht das ebenso: "Möglicherweise wäre es die beste Lösung, wenn einige Anbieter das Mobilfunknetz der vierten Generation zusammen realisieren würden. Zumindest sollten Kooperationsmöglichkeiten geprüft werden. Ich und auch die Fernmeldekommission würden gerne Hand bieten, um die rechtlichen Hürden für eine verstärkte Kooperation beiseite zu räumen", sagte Furrer gegenüber der Online-Zeitung. Und weiter: "Die Mobilfunkanbieter sollten zumindest Teile ihres Netzes zusammenlegen. Vor allem die Herausforderer Orange und Sunrise."
Eine solche Kooperation könnte auch zu einem schnelleren Aufbau der Infrastruktur beitragen. Musste bisher jeder Mobilfunkanbieter seine eigene Antennenmasten bauen und dafür langwierige Baubewilligungsphasen in Kauf nehmen, könnte mit einer Kooperation der Antennen- oder zumindest der Mastenwald etwas verringert werden.
Glaubt man der Aussage von Sunrise-Chef Brand, so ist Sunrise für eine solche Kooperationslösung bereit. Die France-Télécom-Tochter Orange scheint jedoch skeptischer und streicht Umsetzungsprobleme hervor. Zumindest "denkbar" sei ein solcher gemeinsamer Bau allerdings für Orange schon. (bt)

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