"Origami" und neue Chips: Intels grosser Gegenangriff auf AMD

8. März 2006, 13:08
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Drei neue CPUs und die neue Produkteklasse "Ultra Mobile PCs" sollen Intel dieses Jahr neuen Schwung geben.

Drei neue CPUs und die neue Produkteklasse "Ultra Mobile PCs" sollen Intel dieses Jahr neuen Schwung geben.
Der Chipriese Intel hat in letzter Zeit eingestandenermassen Marktanteile an AMD verloren und musste vor wenigen Tagen eine Gewinnwarnung herausgeben. Bei vielen Beobachtern herrschte dabei der Eindruck, dass AMD in einigen Bereichen einen technologischen Vorsprung hat und dass das Momentum daher auch weiterhin auf der Seite von AMD bleiben wird.
Vor allem diesen Eindruck vom technologischen Vorsprung AMDs versucht Intel nun an seinem gerade stattfindenden Developers Forum in San Francisco mit einem Rundumschlag aus der Welt zu räumen.
Zwischen Handy und Laptop
Die für die Allgemeinheit griffigste Ankündigung ist dabei die Lancierung einer neuen Produkteklasse, von Intel "Ultra Mobile PCs" genannt. Diese werden – und damit ist auch das grosse Microsoft'sche Geheimnis zum grössten Teil gelüftet – mit der neuen "Origami"-Software des Betriebssystemriesen arbeiten. Intel stellte zwei Prototypen vor, die konkreten Modelle werden aber von den üblichen Hardwareherstellern basierend auf einer Plattform von Intel mit sehr niedrigem Stromverbrauch herausgebracht werden. Es ist zu erwarten, dass sowohl kleinere als auch grössere Modelle als die von Intel gezeigten Prototypen erscheinen werden. Einige davon dürfte man bereits auf der morgen beginnenden Cebit sehen können.
Einer der beiden von Intel gezeigten Ultra Mobile-Prototypen erinnert an einen zu klein geratenen Tablet PC. Das andere Modell ist noch etwas kleiner und weist eine herausziehbare Tastatur auf. Bilder davon findet man zum Beispiel hier bei 'News.com'.
Ob die neue Geräteklasse bei den Konsumenten ankommt, muss sich allerdings erst noch zeigen. Den bisherigen Versuchen, mit Geräten die zwischen ausgewachsenen Laptops und Handys angesiedelt sind, einen Massenmarkt zu erreichen – man erinnere sich an den Flop mit den gross angekündigten Tablet-PCs-- war eher geringer Erfolg beschieden.
Neue CPUs früher als geplant
Wichtiger für Intel dürfte es aber sein, bei den CPUs für die Hauptproduktekategorien der Server, Desktop-PCs und Notebooks leistungsmässig mit AMD mithalten zu können. Dazu will Intel im Laufe dieses Jahres mehrere grundlegend neue Chipmodelle, anscheinend etwas früher als ursprünglich geplant, auf den Markt bringen. Die neuen Intel-CPUs werden alle zwei Prozessorkerne aufweisen und basieren auf einer neuen, von Intel "Core microarchitecture" genannten Architektur.
Im Server-/Workstationbereich (bis zwei Prozessoren) wird bereits Ende dieses Monats eine unter dem Codenamen "Dempsey" entwickelte CPU herauskommen, die für die ebenfalls neue "Bensley"-Plattform bestimmt ist. Ende dieser Woche soll "Sossaman", ein Chip mit sehr geringer Energieaufnahme für Blade-Server, Storage-Controller usw., lanciert werden.
Schon im dritten Quartal dieses Jahres soll dann ein weiterer neuer Server-Chip, genannt "Woodcrest" einen grösseren Entwicklungssprung bringen: Bei gemäss Intel 80 Prozent mehr Leistung soll er 35 Prozent weniger Strom verbrauchen.
Für Desktop-PCs bringt Intel den "Conroe"-Chip. Er soll bei 40 Prozent weniger Stromverbrauch 40 Prozent mehr Leistung bringen. Als Teil der ebenfalls neuen Intel-Plattform für Business-PCs – Codename "Averill" – soll er in der zweiten Hälfte des Jahres erhältlich werden.
Im Bereich der Notebooks entwickelt Intel seine nächste CPU-Generation unter dem Namen "Merom". Diese Chips sollen ungefähr gleichviel Strom verbrauchen wie die gegenwärtigen Core Duo-CPUs für Laptops. Sie sollen erstmals für das Weihnachtsgeschäft 2006 auf den Markt kommen, dann noch als Teil der Centrino-Plattform. In der ersten Hälfte des nächsten jahres bilden sie dann die Grundlage für die jetzt noch unter dem Namen "Santa Rosa" laufende Nachfolgeplattform von Centrino. (Hans Jörg Maron)
(Bild: Intels Senior Vice president Pat gelsinger bei der Vorstellung der neuen Server-CPUs. Copyright: Intel)

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