Outsourcing: Der Megadeal lebt / IBM verliert Marktanteile

27. Juni 2006, 10:12
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Eine Studie der hundert grössten 2005 abgeschlossenen IT-Outsourcing-Deals in Westeuropa widerlege den "Mythos", dass Megadeals heute nicht mehr in Mode seien, glaubt das Marktforschungsinstitut IDC.

Eine Studie der hundert grössten 2005 abgeschlossenen IT-Outsourcing-Deals in Westeuropa widerlege den "Mythos", dass Megadeals heute nicht mehr in Mode seien, glaubt das Marktforschungsinstitut IDC.
Gemäss IDC hatten die hundert grössten Aufträge in der Region 2005 zusammengenommen einen Wert von 40,5 Milliarden Dollar. 2004 lag der Wert der hundert grössten Deals bei 42,1 Milliarden Dollar. Insgesamt zeige sich also ein leichter Rückgang, aber die grössten der Megadeals, so IDC, seien noch einmal grösser geworden: Ein Auftragsvolumen von 20,5 Milliarden Dollar, also etwa die Hälfte des Gesamtvolumens, verteilte sich 2005 auf lediglich neun Riesenaufträge.
Dabei, so IDC, zeige sich auch die Entstehung eines neuen Phänomens, von den Marktforschern "large-scale multisourcing" genannt: Outsourcing-Aufträge werden zwar auf verschiedene Anbieter verteilt, aber die einzelnen Projekte fallen immer noch in die Klasse der Megadeals. So seien fünf der neun Riesenaufträge des Jahres 2005 von lediglich zwei Regierungsbehörden vergeben worden.
Den Löwenanteil der hundert grössten Aufträge machten gemäss IDC mit 32,7 Milliarden Dollar Projekte im Bereich Infrastruktur-, Netzwerk- und Desktop-Outsourcing aus. Im Bereich Business Process Outsourcing gebe es zwar "ermutigende Anzeichen", insgesamt liege die Nachfrage aber immer noch unter den Erwartungen.
Auf der Anbieterseite, so IDC, habe IBM Global Services 2005 seine "Pole Position" bei den Megadeals verloren. IBM habe zwar 14 der hundert grössten Aufträge für sich einheimsen können, mehr als alle anderen Anbieter. Zusammengenommen hätten diese aber ein kleineres Volumen gehabt, als die Grossaufträge, die sich EDS und BT Global Services sichern konnten. (hjm)

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