Outsourcing macht unglücklich

25. Mai 2005, 09:51
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Angestellte, deren IT-Abteilung ausgelagert wurde, sind unzufriedener als solche, die hausinterne IT-Dienstleistungen beanspruchen können.

Angestellte, deren IT-Abteilung ausgelagert wurde, sind unzufriedener als solche, die hausinterne IT-Dienstleistungen beanspruchen können.
In einer kürzlich von der britischen Society of IT Management (Socitm) veröffentlichten Studie wird die Auslagerung von IT-Dienstleistungen von Usern negativ bewertet. Gemäss der Studie wurden in den Jahren 2003 und 2004 insgesamt 22'871 Angestellte von 87 Behörden in verschiedenen Bezirken in Grossbritannien nach ihrer Zufriedenheit mit der IT-Infrastruktur befragt.
Der 52-seitige Report "Benchmarking user satisfaction: summary for 2004" zeigt, dass die durchschnittliche Zufriedenheit in Gebieten, in denen IT-Projekte eher ausgelagert werden, um 13 Prozent tiefer ist, als in Bezirken, die ihre IT intern regeln. Von den 87 befragten Ämtern haben 10 ihre IT ausgelagert, 75 pflegen eine hausinterne IT-Abteilung und 2 machten gerade den Wechsel durch.
Bei diesen zwei wurde die Zufriedenheit der User vor und einige Zeit nach der Auslagerung der IT gemessen. In einem Fall sank die Zufriedenheit um 27 Prozent, im anderen um 32 Prozent. Die Befragten mussten auf einer Skala von 1 bis 7 ihre Urteile abgeben. Bei 4 der 10 "Auslagernden" wurde die Zufriedenheit mit einer tieferen Note als 4 bewertet, während nur 3 von 75 Behörden mit eigener IT-Abteilung eine tiefere Note als 4 erhielten.
Martin Greenwood, Analyst bei Socitm, sieht in der Zufriedenheit der User ein guter Indikator für den Erfolg eines IT-Projekts. "Effizienzgewinne durch eine Investition in den IT-Bereich können nur erreicht werden, wenn der IT-Service glaubhaft ist", so Greenwood. Zumindest in Grossbritannien geht der Trend aber in die andere Richtung. Der Outsourcing-Spezialist "Kable" rechnet damit, dass im nächsten Jahr 20 Prozent mehr Projekte ausgelagert werden. 2007 soll das Volumen solcher Projekte 8,7 Milliarden Euro betragen. (mim)

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