Outsourcing-Markt Schweiz: BPO down, ITO up

28. Juli 2009, 13:11
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Stark sinkende Nachfrage nach Business Process Outsourcing in der Region EMEA. Der Markt für IT-Outsourcing stabilisiert sich hingegen.

Stark sinkende Nachfrage nach Business Process Outsourcing in der Region EMEA. Der Markt für IT-Outsourcing stabilisiert sich hingegen.
Das Auslagern von kompletten Geschäftsprozessen – Business Process Outsourcing (BPO) genannt – scheint in der Krise doch nicht so beliebt zu sein, wie dies die Anbieter glauben machen wollen. Die neusten Zahlen des Sourcing-Beratungs- und Marktforschungsunternehmens TPI zum zweiten Quartal und zum ersten Halbjahr zeigen nämlich, dass das Geschäft mit BPO gelitten hat, während das blosse IT-Outsourcing (ITO) beliebter wurde.
Untersucht wurde das Gebiet EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika). Der "TPI Index" erfasst Outsourcing-Verträge mit einem Gesamtvertragswert von mehr als 20 Millionen Euro.
ITO-Nachholbedarf in der Schweiz
TPI nennt zwar keine Zahlen zum Schweizer BPO- oder ITO-Markt. Die Schweiz gehört aber zusammen mit Deutschland, Österreich und Frankreich zu jener Gruppe von Ländern, die ein konstantes Wachstum der Gesamtvertragswerte (Total Contract Value, TCV) im ITO-Bereich aufweisen. Laut TPI wächst dieser Markt in der Schweiz allerdings nicht so stark wie in Deutschland. Umso deutlicher ist hingegen die Negativtendenz in Sachen BPO in der Schweiz.
In der DACH-Region und in Frankreich spielen nach Einschätzung von TPI der grössere Nachholbedarf sowie die hohe Akzeptanz von IT-Outsourcing eine positive Rolle.
Anstieg bis Ende Jahr
Insgesamt registrierte TPI einen Rückgang der Gesamtzahl der Outsourcing-Verträge in EMEA verglichen mit dem ersten Quartal 2009. Der TCV in Höhe von knapp über 7 Milliarden Euro und der jährliche Vertragswert (TCV dividiert durch die Vertragslaufzeit) in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar zeigen Rückgänge von rund 6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.
Um in der EMEA-Region das gleiche Ergebnis wie im Rekordjahr 2008 zu erzielen, müssten in der zweiten Jahreshälfte noch Verträge im Wert von insgesamt 26 Milliarden Euro 2009 abgeschlossen werden. Dies scheint aus Sicht von TPI sehr unwahrscheinlich. Immerhin liegt der TCV in EMEA deutlich vor dem von Amerika und der Region Asien-Pazifik.
"Der heutige Level des Outsourcing-Marktes in der EMEA-Region ist vergleichbar mit dem im Jahr 2007", sagt Bernd Schaefer, Partner und Managing Director von TPI. "Das aussergewöhnlich starke erste Halbjahr 2008 war wohl eine Ausnahme, wir sehen nun eine ruhigere aber konsistente Entwicklung der Vertragsabschlüsse, die auf eine Stabilisierung hindeutet."
Laut Schaefer spiegeln die obigen Ergebnisse die Unsicherheit in der Entscheidungsfindung wider, wie TPI sie zum ersten Mal im dritten Quartal 2008 festgestellt hat. "Obwohl wir keinen Anstieg der Aktivitäten in der nahen Zukunft erwarten, rechnen wir mit einem stetigen Anstieg von Vertragsabschlüssen bis Ende 2009, da die Unternehmen angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage ihre Kosten verstärkt im Griff haben müssen", so Schaefer. (Maurizio Minetti)

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