Paketroboter sollen sich unter die Fussgänger mischen

13. Juni 2016, 12:01
  • innovation
  • hermes
image

Hermes testet in Deutschland Paketlieferungen via Roboter-Rolli.

Hermes testet in Deutschland Paketlieferungen via Roboter-Rolli.
Es müssen nicht immer fliegende Drohnen sein: Der deutsche Logistikkonzern Hermes will in diesem Sommer in Deutschland die Auslieferung von Paketen an Privathaushalte durch rollende autonome Kleinfahrzeuge testen. Die Zustellroboter stammen vom Startup Starship Technologies, das 2014 von den Skype-Mitgründern Janus Friis und Ahti Heinla lanciert wurde. Für die Tests in Deutschland werden Hermes und Starship kooperieren.
Der eigentliche Clou der Roboterwagen von Starship ist, dass sie kaum zusätzliche Infrastruktur benötigen. Sie sollen wo immer möglich Wege benützen, die für Fussgänger vorgesehen sind, also Trottoirs sowie Fussgängerwege und -Zonen. Dementsprechend bewegen sie sich nur in Schrittempo mit maximal 6 Kmh. Ihren Weg sollen sie autonom finden. Die Umgebung und wichtige Objekte, beispielsweise Ampeln und natürlich Fussgänger oder Hunde, sollen über neun Kameras und zusätzliche Sensoren erfasst werden, Gleichzeitig sind die Wägelchen ständig via Internet und GPS mit einer Zentrale verbunden. Ein menschlicher Operator muss seine Erlaubnis geben, wenn der Roboter doch einmal einen Radweg oder eine Strasse benützen will. Ausserdem kann er eingreifen, wenn unerwartete Hindernisse auftauchen.
Reichweite fünf Kilometer
Die Roboter sind laut Hermes 50 Zentimeter hoch und 70 Zentimeter lang. Sie verfügen über ein gesichertes Paketfach und können Lasten bis maximal 15 Kilo transportieren. Der Kunde erhält einen Pin-Code, um das Fach zu öffnen.
Die Starship-Roboter sind für die Verteilung von Paketen an Endempfänger von einem "Roboter-Hub" aus konzipiert. Die Reichweite beträgt gegenwärtig rund fünf Kilometer - ein Logistikunternehmen braucht also eine grosse Zahl von solchen Zentren, um eine grössere Fläche abdecken zu können. Dies könnte auch das Intersse von Hermes geweckt haben, denn der Paketlieferant besitzt in Deutschland nach eigenen Angaben bereits rund 14'000 sogenannte Hermes "PaketShops".
Die Zustellroboter wurden laut Hermes bereits ohne Zwischenfälle in London, Tallinn und den USA getestet. Trotzdem dürften die rollenden Roboter das gleiche Problem haben, wie auch fliegende Drohnen, wie sie beipielsweise die Schweizer Post testet: Damit sie im realen Betreib eingesetzt werden können, müssen zuerst die gesetzlichen Rahmenbedingungen geklärt werden. (hjm)

Loading

Mehr zum Thema

image

Das WEF will ins Metaverse

Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums (WEF), hat ein globales Dorf für die Zusammenarbeit in der digitalen Parallelwelt angekündigt.

publiziert am 23.5.2022
image

Bauteil für Computer nach Vorbild des Gehirns

Forschende von ETH Zürich, Universität Zürich und Empa entwickelten ein neues Material für ein Computerbauteil, das sich am menschlichen Gehirn orientiert.

publiziert am 18.5.2022
image

Kundenkommunikation für Versicherer: Chats und Chatbots verbreiten sich langsam

Aber die Mehrheit der Schweizer Kundinnen und Kunden bevorzugt weiterhin E-Mail oder Telefon.

publiziert am 16.5.2022
image

Zürcher ML-Startup Lightly sammelt 3 Millionen Dollar

Der Algorithmus von Lightly soll dabei helfen, Daten zu beschriften und zu bewerten. Dadurch soll die sich die Qualität von KI-Anwendungen verbessern.

publiziert am 13.5.2022