Palo Alto auf dem Weg zum Netzwerk-Security-Thron?

18. September 2017, 13:50
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Der 2005 gegründete Security-Anbieter Palo Alto Networks hat seinen Umsatz in den letzten Jahren kontinuierlich stark gesteigert.

Der 2005 gegründete Security-Anbieter Palo Alto Networks hat seinen Umsatz in den letzten Jahren kontinuierlich stark gesteigert. Nun könnte das kalifornische Unternehmen kurz davorstehen, der umsatzmässig stärkste Anbieter im Bereich Netzwerk-Security zu werden.
Wie der CEO von Palo Alto Mark McLaughlin in einem Gespräch mit 'CRN.com' hervorhob, hat Palo Alto in seinem letzten Geschäftsquartal (Mai bis Juli) einen Umsatz von 509 Millionen Dollar erzielt, 27 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit habe man zum ersten Mal in einem Quartal mehr Umsatz als Check Point erzielt. Check Point hat in seinem letzten Quartalsbericht (April bis Juni) einen Umsatz von 459 Millionen Dollar ausgewiesen, acht Prozent mehr als vor einem Jahr. Angesichts der Wachstumszahlen ist McLaughlin zuversichtlich, dass Palo Alto Check Point bald klar hinter sich lassen und auch den aktuellen Marktführer Cisco überholen wird. Cisco hat zuletzt im Bereich Netzwerk-Security einen Quartalsumsatz von 558 Millionen Dollar ausgewiesen.
Was McLaughlin allerdings nicht erwähnt: Palo Alto operierte in den letzten zwei Jahren nicht profitabel, und auch im letzten Quartal resultierte wieder ein Nettoverlust von 38 Millionen Dollar.
Trotzdem, warum reitet der Palo-Alto-Chef auf diesen ja an sich bereits öffentlich bekannten Umsatzzahlen herum? Ihm ist es offensichtlich wichtig, dass die Botschaft von der Umsatzstärke seines Unternehmens auch ins Bewusstsein seiner Channelpartner eindringt. "Ich glaube, dass viele Partner noch gar nicht realisiert haben, wie gross wir sind, weil wir so schnell gewachsen sind. Ich glaube, den wenigsten Leuten ist es klar, dass wir nun grösser als Check Point sind und 90 Prozent des Umsatzes von Cisco erreicht haben. Und dass wir neunmal so schnell wachsen."
Die Grösse wiederum spiele immer wieder auch eine Rolle in Verkaufsprozessen, im Channel und bei Endkunden. Im Channel gehe es unter anderem um die Bereitschaft zu Investitionen in einen Hersteller. Manche grossen Distis beispielsweise, die langjährige Beziehungen zu Check Point und Cisco gepflegt hätten, würden sich nun überlegen, ob sie nicht aufs falsche Pferd gesetzt haben. Und bei Endkunden sei die Grösse ein Schlüsselfaktor bei Gesprächen mit Verwaltungsräten, um sicher zu stellen, dass man immer ein Kandidat bei Security-Anschaffungen sei. (hjm)

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