Pandemie und Remote Work führen zu faulen Security-Kompromissen

13. September 2021, 15:00
  • security
  • workplace
  • studie
  • coronavirus
image

Gemäss einer Umfrage haben weltweit viele IT-Entscheider während der Pandemie die Sicherheit zugunsten der Geschäftskontinuität in den Hintergrund gestellt.

Als im Frühling 2020 die Zwangsmassnahmen zur Eindämmung der Covid-Pandemie starteten, mussten viele Unternehmen Knall auf Fall ihren Mitarbeitenden die Arbeit von zu Hause aus ermöglichen. Dass dabei in vielen Fällen die IT-Security hintan gestellt wurde, ahnte man schon. Eine von HP in Auftrag gegebene Studie belegt dies nun auch in Zahlen.
In einer vom Marktforscher Tolune durchgeführten Befragung von 1100 IT-Entscheidern in Grossbritannien, den USA, Kanada, Mexiko, Deutschland, Australien und Japan erklärten 76%, dass die Sicherheit während der Pandemie zugunsten der Geschäftskontinuität in den Hintergrund trat. Sogar 91% räumte ein, dass ihre Security beeinträchtigt wurde, um die Kontinuität der Arbeit zu gewährleisten.
Weiterhin sind 83% der Befragten der Meinung, dass die wachsende Zahl der Mitarbeitenden im Homeoffice eine "tickende Zeitbombe" für einen Sicherheits-Vorfall in ihrem Unternehmensnetzwerk darstelle.
Natürlich heisst das nicht, dass nicht auch in Massnahmen zur Erhöhung der IT-Security investiert wurde. 91% haben beispielsweise ihre Sicherheitsrichtlinien aktualisiert, um der zunehmenden Arbeit im Homeoffice Rechnung zu tragen, während 78% den Zugang zu Websites und Anwendungen eingeschränkt haben.

Problem Akzeptanz, vor allem bei jüngeren Angestellten

Ein Problem ist allerdings, dass viele Security-Massnahmen bei Mitarbeitenden nicht gut ankommen, wenn diese das Gefühl haben, dass dadurch ihr Arbeitstempo beeinträchtigt wird. 80% der IT-Verantwortlichen gaben an, dass es unter ihren Angestellten Widerstand gegen gewisse Security-Massnahmen gibt, 67% erhielt explizite Beschwerden von Angestellten.
Dass Sicherheitsmassnahmen, die etwas Zusatzaufwand erfordern, bei vielen Angestellten unbeliebt sind, unterstrich der zweite Teil der Studie, eine Online-Umfrage an der sich etwas über 8000 Angestellte beteiligten.
Fast die Hälfte der befragten Angestellten stimmten zu, dass scheinbar strenge Sicherheitsmassnahmen Zeit verschwenden und die Produktivität reduzieren. Dies gilt insbesondere für junge Leute, obwohl man ja denken könnte, dass "Digital Natives" auch etwas Ahnung von Security haben.
Aber 64% der befragten jüngeren Büroangestellten im Alter von 18 bis 24 Jahren betrachteten Sicherheitstools als Hindernis. Das führte dazu, dass fast ein Drittel versuchte, die Sicherheitsrichtlinien des Unternehmens zu umgehen, um ihre Arbeit zu erledigen beziehungsweise eine Deadline einzuhalten.
39% wissen zudem nur teilweise oder gar nicht, welche Sicherheitsrichtlinien ihr Unternehmen für die Homeoffice-Arbeit vorgibt.

Loading

Mehr zum Thema

image

Wie es zur Warnung vor Kaspersky kam

Dokumente des deutschen Amtes für Cybersicherheit stützen die Position von Kaspersky. Der Security-Anbieter kritisierte die BSI-Warnung als politischen Entscheid.

publiziert am 5.8.2022
image

Bern ist weltweit der beste Ort für Tech-Karrieren – noch vor Zürich

In einem neuen City-Ranking der globalen Hotspots für ICT-Jobs liegen die beiden Schweizer Städte an der Spitze. In Zürich lässt sich nur knapp weniger verdienen als in San Francisco.

publiziert am 3.8.2022
image

Bund beschafft zentrale Bug-Bounty-Plattform

Das NCSC leitet die künftigen Programme, Bug Bounty Switzerland liefert und verwaltet die Plattform.

publiziert am 3.8.2022
image

Elektronikhersteller Semikron meldet Cyberangriff

Der deutsche Spezialist für Leistungselektronik mit einer Niederlassung in Interlaken wurde mit Ransomware attackiert. Offenbar wurden auch Daten entwendet.

publiziert am 3.8.2022