Panik am DRAM-Spotmarkt

8. November 2010, 13:52
  • international
image

Nach heftigen Bewegungen auf den Terminmärkten sind die Spotmarktpreise für DRAM-Chips in der ersten Novemberwoche so sehr gefallen, dass sich bei den Grosshändlern und Maklern Panik breitgemacht hat, sagen die Analysten von inSpectrum.

Nach heftigen Bewegungen auf den Terminmärkten sind die Spotmarktpreise für DRAM-Chips in der ersten Novemberwoche so sehr gefallen, dass sich bei den Grosshändlern und Maklern Panik breitgemacht hat, sagen die Analysten von inSpectrum.
Die Spotmarktpreise für DDR3-Markenchips mit einer Speicherdichte von 1 Gb (Gigabit) sind innerhalb einer Woche um 8 Prozent auf 1,57 US-Dollar gesunken, die für entsprechende DDR2-Chips um 2 Prozent auf 1,65 Dollar. Bei nicht gelabelten oder etikettierten Chips ist der Preisverfall sogar noch stärker ausgefallen. Hier verbilligten sich 1Gb-DDR3-Chips innerhalb einer Woche von 1,37 auf 1,24 Dollar, DDR2-Chips von 1,67 auf 1,57 Dollar. Auch die Preise für NAND-Flash-Speicher sind weiter unter Druck, in der ersten Novemberwoche aber weniger stark gesunken als die von DRAMs. 16-GbNAND-Flash-Chips haben sich von 3,85 auf 3,74 Dollar verbilligt, 32-GB-Chips von 5,06 auf 5,02 Dollar.
Die Spotmarktpreise für Mainstream-DDR3-Chips mit einer Speicherkapazität von 2 GB (Gigabyte) sind in der ersten Novemberwoche um 6 Prozent und damit so stark gesunken, dass einige Anbieter noch Öl ins Feuer gossen. Denn sie haben auf Teufel komm raus versucht, ihre Lager freizubekommen, zumal die Marktaussichten sich ohnehin eingetrübt haben. Der japanische Hersteller Elpida Memory hat derweil schon angekündigt, die Produktion herunterzufahren. Die Analysten von inSpectrum werten das aber als kein gutes Zeichen, weil die meisten Marktteilnehmer die Produktionseinschnitte als Signal werten dürften, dass eine länger anhaltende Baisse bevorsteht.
Die Nachfrage im Channel weckt wenig Hoffnung, weshalb die Händler und Broker entsprechend sensibel auf Nachrichten wie diese reagieren. Die Industriebeobachter von inSpectrum denken daher, dass es in naher Zukunft, besonders bis Monats- oder Quartalsende, zu weiteren Lagerbereinigungen kommen wird. Um die Verluste mit DDR3-Chips auszugleichen, haben einige Grosshändler und Broker begonnen, sich wieder stärker auf das DDR2-Segment zu konzentrieren. Spekulationsbedingt haben sich folglich zunächst die DDR2-Preise leicht erholt. Doch wie sich herausstellte, war das nur von kurzer Dauer, so die Beobachtung von inSpectrum.
Die Analysten sind nicht überzeugt davon, dass sich die Preise erholen werden, wenn Elpida die Produktion zurückfährt, im Gegenteil. Da der japanische Hersteller grosse Mengen auch bei Chip-Foundries wie TSMC oder UMC aus Taiwan fertigen lässt, stehe zu befürchten, dass im vierten Quartal 65-Nanomenter-Chips zu Dumpingpreisen auf den Markt schwemmen werden. Die Preise für 1Gb-DDR3-Chips werden im vierten Quartal auf 3-Monatsbasis um mindestens 30 Prozent sinken und im Schnitt bei 1,60 Dollar oder darunter liegen, so die Erwartungen von inSpectrum. (Klaus Hauptfleisch)

Loading

Mehr zum Thema

image

Auch zwei Wochen nach Cyberangriff bleiben Schweizer Sixt-Telefone unerreichbar

Der Autovermieter meldete Anfang Mai, er habe die Sache im Griff. Doch nach wie vor scheinen nicht alle Probleme behoben zu sein.

publiziert am 16.5.2022
image

Vor 25 Jahren: Computer besiegt Schachweltmeister

Der Sieg von Deep Blue über Garri Kasparow bewegte die Welt und machte die technische Überlegenheit von Computern für viele Menschen plötzlich sichtbar.

publiziert am 13.5.2022
image

Malware wird vermehrt über Suchmaschinen verbreitet

Cyberkriminelle platzieren laut einer Studie ihre Malware ganz oben bei Google und Bing. Phishing-Downloads sollen um mehr als das Vierfache zugenommen haben.

publiziert am 13.5.2022
image

EU und Japan beschliessen eine digitale Partnerschaft

Mit der Partnerschaft soll die Zusammenarbeit in einem "breiten Spektrum digitaler Fragen" vorangetrieben und das Wirtschaftswachstum gefördert werden

publiziert am 12.5.2022