Paraplegiker-Stiftung: Uniresearch-Mitarbeiter wehren sich gegen Liquidationspläne

5. Mai 2008, 14:19
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Uniresearch-Mitarbeitende kritisieren Bruno Frick, Präsident der Paraplegiker-Stiftung und "ePower"-Initiator. Kunden der IT-Tochter sollen über die neue Force4Project GmbH weiter bedient werden.

Uniresearch-Mitarbeitende kritisieren Bruno Frick, Präsident der Paraplegiker-Stiftung und "ePower"-Initiator. Kunden der IT-Tochter sollen über die neue Force4Project GmbH weiter bedient werden.
Kunden der Informatik-Tochter der Nottwiler Paraplegiker-Stiftung werden nicht im Regen stehen gelassen. Für die Uniresearch AG, die nach einem Machtwort von Stiftungsratspräsident Bruno Frick Ende August liquidiert wird, ist nun eine Nachfolgefirma in Planung. Uniresearch-Chef Reto De Martin sagt gegenüber inside-it.ch: "Die Force4Project GmbH ist in Gründung."
Die Besitzverhältnisse und der Dienstleistungsumfang des neuen Unternehmens sind noch nicht festgelegt worden. Offen ist auch noch der zukünftige Sitz von Force4Project. Gemäss De Martin wird er sich in der Region Aarau West befinden. Die auf E-Health, Webauftritte und IT-Kurse spezialisierte Uniresearch beschäftigt momentan in Muhen (AG) und Nottwil (LU) 14 Festangestellte und etwa ein Dutzend Lehrkräfte. Es ist noch unklar, ob es gelingen wird, alle bisherigen Angestellten im neuen Unternehmen weiter zu beschäftigen.
"Wir sind enttäuscht"
Die Uniresearch-Mitarbeitenden wehren sich in einer heute verschickten Mitteilung gegen die Aussagen des Stiftungsrats, wonach Uniresearch nicht rentabel sei: "Wir Mitarbeitenden nehmen einige Aussagen mit Befremden zur Kenntnis. Bei der Mitarbeiterinformation über die Schliessung hat Bruno Frick, der Präsident des Stiftungsrates, das Beseitigen von Doppelspurigkeiten innerhalb der Stiftung als Grund für die Liquidation von Uniresearch genannt. Dies wurde im Intranet der Stiftung auch so kommuniziert."
Mit "Beseitigen von Doppelspurigkeiten" ist der Umstand gemeint, dass das Paraplegiker-Zentrum in Nottwil bereits über eine Informatikabteilung verfügt. Diese erbringt allerdings nur teilweise die gleichen Dienstleistungen wie Uniresearch.
Von einem Sozialplan, der von CVP-Ständerat Bruno Frick (übrigens Mitinitiator der ICT-Lobby "ePower") angekündigt wurde, wissen die Uniresearch-Mitarbeitenden nichts. "Bis jetzt haben wir keinen Sozialplan gesehen. Das Gesetz sieht vor, dass die Mitarbeitenden konsultiert werden und die Möglichkeit zur Mitwirkung erhalten. Dies ist nicht geschehen. Die für uns zuständige Personalabteilung der Stiftung wurde ebenfalls nicht in die Liquidation involviert", heisst es in der Mitteilung. "Wir wurden angehalten, Austrittsvereinbarungen zu unterzeichnen, um einer ordentlichen Kündigung zu entgehen."
Das Tuch zwischen Uniresearch und Stiftungsrat scheint definitiv zerschnitten: "Wir sind enttäuscht. Von einer sozialen Institution, die unter der Leitung eines führenden nationalen Politikers steht, hätten wir in dieser schwierigen geschäftlichen Situation mehr unternehmerisches Fingerspitzengefühl erwartet", schreiben die Uniresearch-Mitarbeitenden. (Maurizio Minetti)

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