Parlamentarier kritisieren Windows-Salat beim Bund

7. Dezember 2009, 15:55
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Die "Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit" verlangt stattdessen mehr Open-Source-Software und offene Standards in der Bundesverwaltung.

Die "Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit" verlangt stattdessen mehr Open-Source-Software und offene Standards in der Bundesverwaltung.
Die "Parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit" reagierte heute auf den am Freitag bekannt gewordenen Vista-Knatsch in der Bundesverwaltung. Einzelne Departemente wehren sich gegen die Migration auf Windows Vista – sie würden eine Migration auf das neuste Microsoft-Produkt Windows 7 bevorzugen.
Nach der bereits "skandalösen" Software-Beschaffung in der Höhe von 42 Millionen Franken).
Open Source als Alternative
Edith Graf-Litscher, SP-Nationalrätin und Ko-Präsidentin der opensource-affinen Parlamentarier-Gruppe: "Überall muss gespart werden. Im Informatikbereich der Bundesverwaltung wird genau das Gegenteil gemacht. Jetzt werden mindestens vier Windows-Versionen in der Bundesverwaltung im Gebrauch sein: Windows 2000, Windows XP, Windows Vista und Windows 7. Wenn es so weitergeht, wird die Bundesverwaltung nie den Synergie-Effekt eines einheitlichen Systems haben, weil sie kontinuierlich upgraden muss, was mit sehr hohen Kosten verbunden ist."
Auch EVP-Nationalrat Walter Donzé lässt sich zitieren: "Die öffentlichen Verwaltungen werden mit Steuergeldern geführt. Da lässt sich schon schauen, ob man sich langfristig an einen Software-Lieferanten binden lässt oder ob man nicht besser Open-Source-Software und offene Standards verwendet und sich damit Handlungsspielraum verschafft."
Die Upgrade-Zyklen von Open-Source-Software seien von Natur aus stärker auf die Bedürfnisse der Anwender ausgerichtet, heisst es in der Mitteilung. Quelloffene Lösungen würden typischerweise regelmässiger aber in weniger drastischen Schritten erneuert, sodass die Aktualisierung sanfter und ohne grosse "Hauruck"-Migrationsprojekte durchgeführt werden könne.
Die Parlamentarier glauben, dass man die kurzfristig anfallenden Wechselkosten von proprietärer auf Open-Source-Software durch die langfristigen Kosteneinsparungen der künftigen Updates kompensieren könnte. (mim)

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