Partner beklagen sich über Oracles Multicore-Lizenzpricing

16. Dezember 2005, 16:17
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Wie die US-Online-Ausgabe von 'Computer Reseller News' berichtet, steigt der Druck auf Oracle, seine Lizenzpreispolitik für Multicore-Prozessoren zu überdenken.

Wie die US-Online-Ausgabe von 'Computer Reseller News' berichtet, steigt der Druck auf Oracle, seine Lizenzpreispolitik für Multicore-Prozessoren zu überdenken. Oracle höre Klagen von allen Seiten her, von Lösungsanbietern über Softwarepartner und Chiphersteller bis hin zu Kunden.
Verschiedene Lösungsanbieter erklärten gemäss 'CRN', dass die pro Prozessorkern berechneten Lizenzen Oracles in Zeiten, wo Serverkonsolidierung ein grosses Anliegen der Kunden und gleichzeitig die Hardwarepreise tief seien, Projektgewinne verhindern könnten.
Oracle ist ja in der Frage der Multicore-Prozessoren bereits etwas von seiner früheren Politik abgerückt und zählt seit dem letzten Juli einen Kern nur noch als 0,75 Prozessoren. (Da aber danach auf eine volle Zahl aufgerundet wird, führt dies erst ab vier Kernen zu einer Einsparung.)
Oracles Politik ist in dieser Frage ist auch an sich nachvollziehbar. Der Faktor 0,75 entspricht einem Versuch, das tatsächliche Leistungsverhältnis von Servern mit Mehrkern-CPUs verglichen mit herkömmlichen Ein- oder Mehrweg-Servern wenigestens ungefähr abzubilden.
Verschiedene Faktoren bewirken allerdings, dass auch Oracle sein Pricing wohl in nicht allzuferner Zukunft wird anpassen müssen. Erstens mussten Kunden frühere Leistungssteigerungen durch schnellere CPUs nicht bezahlen, solange sie die Zahl der CPUs nicht erhöhten.
Zweitens wird das Verhältnis wischen Software- und Hardwarekosten so immer extremer. Ein typischer Vier-Weg-Dualcore-Server kostet zum Beispiel gegenwärtig gemäss 'CRN' vielleicht 20'000 bis 30'000 Dollar. Eine Oracle-Datenbanklizenz (6 Prozessorlizenzen für Oracle 10g Enterprise Edition) für einen solchen Server kostet hingegen gemäss Oracle-Store 288'845 Franken, also gegen zehnmal mehr.
Und drittens drückt die Konkurrenz auf die Preise, insbesondere bei Datenbanken. Microsoft und IBM (ausser für die eigenen Power-Prozessoren) berechnen ihre Lizenzpreise pro CPU-Sockel, nicht pro Kern , was zu drastischen Preisunterschieden führen kann.
Immerhin ist Oracle beim neuen "UltraSPARC T1"-Chip von Sun über seinen Schatten gesprungen und verrechnet nur 0,25 CPU-Lizenzen pro Kern. (Der UltraSPARC T1 hat vier, sechs oder acht Kerne, gegenwärtig gibt es dafür nur Server mit einer CPU.) Hier gibt es aber gegenwärtig noch eine Verwirrung darüber, ob Oracles Pricing nur eine zeitlich beschränkte "Promotion" oder permanent ist. (Hans Jörg Maron)

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