PC-Absatz der Distis abgesackt - doch kein Grund zur Sorge

12. Januar 2011, 10:38
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Trotz einem insgesamt guten Jahr 2010 sind die europäischen PC-Verkaufszahlen der Distributoren nach einem starken Sommer im vierten Quartal deutlich abgesackt.

Trotz einem insgesamt guten Jahr 2010 sind die europäischen PC-Verkaufszahlen der Distributoren nach einem starken Sommer im vierten Quartal deutlich abgesackt.
Gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichneten die Schweizer Distis im vierten Quartal 2010 nur noch ein Plus von 2,7 Prozent bei den PC-Verkaufszahlen. Damit liegen die hiesigen Verkäufe über den Channel unter dem westeuropäischen Durchschnitt. Der Marktforscher Context analysiert regelmässig die Daten von Distributoren aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz und Spanien. Im Gesamtjahr 2010 seien die Verkäufe über alle wichtigen Verkaufskanäle zwar um 12,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, schreiben die Analysten. Doch die Begründung des rasanten Rückgangs im vierten Quartal auf nur noch 3,2 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal verlangt ihnen einiges ab.
Dass selbst die Verkäufe von Consumer-PC im wichtigen Monat Dezember auf 16,2 Prozent fielen, sei neben der allgemein nach wie vor schwierigen wirtschaftlichen Lage insbesondere auch den prekären Witterungsverhältnissen geschuldet. Dennoch fällt die Gesamtbetrachtung von Context sehr positiv aus: Trotz des schlechten letzten Quartals hätten die Distis ein erfolgreiches Jahr hinter sich.
Das vierte Quartal
Auffällig ist, dass fünf der 13 Länder oder fast 40 Prozent der Marktteilnehmer in den Monaten Oktober, November und Dezember 2010 zum Teil satte Rückgänge bei den Stückzahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbuchen mussten: Belgien (-15,8 %), Dänemark (–7,3 %), Spanien, (-3,4 %), Österreich (-2,6 %), Frankreich (-2,1 %). Ob diese teilweise drastischen Rückgänge allein dem schlechten Wetter angelastet werden können, dürfte zumindest zweifelhaft sein. Aber auch auf der Gewinnerseite ist das Bild sehr disparat. Die Schweiz bildet mit einem Plus von 2,7 Prozent das Schlusslicht bei den Ländern, die positive Zahlen ausweisen konnten. Bessere Verkaufszahlen erzielten: Schweden (22,2 %), Niederlande (17,7 %), Norwegen (16,4 %), Finnland (11,6 %), Grossbritanien (5,9 %), Deutschland (5,5 %) und Italien (3,2 %).
Apple treibt die Tablet-Verkäufe
Trotz des Rückgangs bei den Consumer-PCs berichten die Analysten, dass die Umsätze mit Verkäufen von Tablets auch im vierten Quartal 2010 in die Höhe schnellten, wobei allein Apple über die Hälfte aller Einheiten verkaufte. In der gleichen Zeit sank dagegen die Vorliebe für All-in-Ones, während kleine, leistungsfähige (ultra slim) Desktops und Mikro-Türme immer mehr Anklang fanden.
Was im Konsumerbereich gilt, spiegelt sich nicht in den Verkäufen von Unternehmens-PCs. Hier habe sich die bereits im zweiten Quartal 2010 bemerkbare Erholung auch im letzten Quartal fortgesetzt und eine Umsatzsteigerung von 9,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gebracht. Treiber waren hier vor allem HP, Lenovo und Toshiba, diagnostiziert Context. Allein die Business-Desktops in Europa hätten Ende 2010 um 12,8 Prozent über dem Vorjahresquartal gelegen. Dabei hätten aufgrund fortgesetzter Konsolidierung und der Nachfrage nach mehr Speicherplatz auch die Server-Verkäufe um 7,8 Prozent zugelegt. Der Umsatz mit hochwertigen Workstation sei sogar um 24,8 Prozent gewachsen, wobei sich hierbei erstmals wieder die Investitionen des Banken-und Finanzsektors bemerkbar gemacht hätten.
Insgesamt, resümiert Context, haben sich die PC-Umsätze auch im vierten Quartal gut gehalten, und trotz weniger Stückzahlen seien sie um 7 Prozent gewachsen. Der Durchschnittspreis liegt Ende 2010 mit 483 Euro rund fünf Prozent über dem Vorjahresquartal.
Im Hinblick auf die grossen PC-Anbieter konnten Lenovo, Toshiba und Apple ihre Verkäufe über die Distis erhöhen, wobei Neuling MSI bereits einen signifikanten Einfluss auf den Markt hatte. Toshiba dagegen habe einen Rückgang im Channel-Business hinnehmen müssen. Branchenleader HP wird von Context hier nicht einmal genannt.
Fazit
Trotz der "Weichheiten" im vierten Quartal, so Context, habe die europäische Distribution ein gutes Jahr hinter sich. Und der Ausblick auf 2011 lässt erneut gute Ergebnisse erwarten. In der ersten Jahreshälfte werden einmal mehr die Verkäufe von Tablet-PCs bestimmend sein, während der Notebook-Umsatz stabil bleibe. Über das ganze Jahr hinweg sei dann mit ähnlichen Wachstumsraten wie 2010 zu rechnen, allerdings mit höheren durchschnittlichen Verkaufspreisen - und damit Einnahmen. (vri)

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