PC-Markt 2011: Apple hui, Wintel pfui?

16. März 2011, 12:32
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Der PC-Weltmarkt wird 2011 mit Apples iPad als Zugmaschine um 14 Prozent wachsen, Netbook-Verkäufe werden dabei aber auf der Strecke bleiben, meinen die Analysten von Canalys.

Der PC-Weltmarkt wird 2011 mit Apples iPad als Zugmaschine um 14 Prozent wachsen, Netbook-Verkäufe werden dabei aber auf der Strecke bleiben, meinen die Analysten von Canalys. Das Marktforschungsinstitut rechnet für 2011 mit global 52 Millionen verkauften Tablet-PCs. 75 Prozent davon sollen mit dem iPad aus dem Hause Apple kommen, womit für die anderen Hersteller nur 12 Millionen verkaufte Geräte übrig bleiben. Die Erfolgswelle des iPad soll sich mit dem dünneren, leichteren und schnelleren iPad 2 noch beschleunigen, was für Canalys heisst, dass die traditionellen PC-Unternehmen, allen voran Microsoft, Intel und AMD, mehr oder weniger Marktanteile verlieren werden.
"Tablets durchbrechen den normalen Austauschzyklus in hoch gesättigten Märkten", erklärt Canalys-Analyst Tim Coulling und fügt hinzu, dass die Konsumenten von dem innovativen Benutzererlebnis der Tablets so in den Bann gezogen werden, dass sie den Lebenszyklus ihrer bestehenden Hardware lieber noch etwas hinausdehnen. Auch wenn neben Apple in dem neuen Markt wenig Platz zu sein scheint, drängt Canalys die Hersteller, sich diesbezüglich keine Gelegenheit entgehen zu lassen. Denn wie Chefanalyst Daryl Chiam es sieht, wird die Zahl "gut verdienender, hoch-mobiler Führungskräfte, die sich ein Tablet anschaffen, 2011 schnell zunehmen". Auch der Einsatz dieser Geräte in vertikalen Märkten wie dem Gesundheits- und Bildungswesen werde mit entsprechenden Applikationen an Schwung gewinnen.
Teils massive Notebook-Vorräte haben sich laut Canalys nicht nur in den USA und Westeuropa angehäuft, sondern auch in China und Indonesien sowie selbst in Russland, wo das neue Ölpreishoch einen regelrechten PC-Boom ausgelöst hat. Manch einer mag sich vielleicht noch daran erinnern, dass der russische PC-Markt nach Ausbruch der globalen Finanzkrise Anfang 2009 um über 60 Prozent eingebrochen ist, der türkische sogar um über 70 Prozent.
Durch die politischen Unruhen in Nordafrika und Nordost sind die Märkte dort praktisch völlig zum Erliegen gekommen, weshalb Prognosen für die Region schwer zu treffen sind, so Canalys. Es bestehe sogar die Möglichkeit, dass sich die politischen Turbulenzen in der Region noch ausweiten. Einen grossen Unsicherheitsfaktor sehen die Analysten auch durch die jüngsten Ereignisse in Japan. Denn durch kurzfristige Engpässe (vor allem bei Komponenten, Anm. d. Red.) könnte die ganze Lieferkette unterbrochen werden. Es werde Wochen dauern, das ganze Ausmass der Katastrophe und ihrer Konsequenzen für den PC-Markt zu evaluieren. Dennoch geht Canalys davon aus, dass die Auswirkungen des Erdbebens und der Folgen auf den globalen PC-Absatz begrenzt sein werden. (Klaus Hauptfleisch)

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