Pentagon-Cloud: Heuerte AWS Regierungsexperten an?

4. Juni 2019, 15:00
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Oracle hat mit einer weiteren gerichtlichen Klage beim United States Court of Federal Claims in Washington gegen eine mögliche Vergabe des Pentagon-Cloud-Projekts JEDI an Amzon protestiert, wie die Investigativ-Plattform 'The Intercept' berichtet.

Oracle hat mit einer weiteren gerichtlichen Klage beim United States Court of Federal Claims in Washington gegen eine mögliche Vergabe des Pentagon-Cloud-Projekts JEDI an Amzon protestiert, wie die Investigativ-Plattform 'The Intercept' berichtet.
Beim Cloud-Projekt JEDI (Joint Enterprise Defense Infrastructure) handelt es sich um einen 10-Milliarden-Dollar-Auftrag. Das Pentagon will damit die Basis für eine moderne IT-Infrastruktur legen. Um den Auftrag kämpfen in der finalen Runde Amazon und Microsoft.
Oracle und IBM waren zuvor aus dem Bieterverfahren geflogen, während sich Google freiwillig zurückzog.
Heimliche Jobverhandlungen während Bieterverfahren?
In der Klage schreibt Oracle, dass ein ehemaliger Pentagon-Mitarbeiter, der an der Ausarbeitung des JEDI-Vertrags beteiligt war, bevor er kündigte und bei Amazon anheuerte, heimlich mit dem Technologieriesen verhandelt habe.
"(Amazon Web Services) machte während JEDI ein verstecktes Jobangebot an (den Pentagon-Angestellten), welches eine Sofortbonuszahlung, eine (zweite) Bonuszahlung nach dem ersten Jahr, Amazon-Aktien und ein Gehalt einschlossen", heisst es in dem Gerichtsdokument (PDF), das die konservative News-Website 'The Daily Caller' veröffentlichte.
Die Eingabe von Oracle notiert weiter, dass der Pentagon-Angestellte sich erst Wochen nach der mündlichen Annahme eines Stellenangebots von Amazon aus dem JEDI-Programm zurückgezogen habe und dass er trotz einer Regierungsverordnung, die solche Interessenkonflikte verbietet, weiterhin Informationen über die Kontrahenten von Amazon erhalten und an Treffen über technische Anforderungen von JEDI teilgenommen habe.
Vorwürfe an weitere Ex-Regierungsangestellte
Oracle wirft zwei weiteren ehemaligen Pentagon-Angestellten ähnliche Verfehlungen vor. Es soll sich um einen ehemaligen Sekretär der Marine und um einen ehemaligen Stabschef für den Deputy Secretary of Defense handeln.
Einer der beiden nahm nach seiner Tätigkeit bei der US-Navy ebenfalls eine Stelle bei Amazon an. Der andere sei sechs Monate lang an den Diskussionen über den JEDI-Vertrag beteiligt gewesen, habe dabei einen Single-Vendor-Ansatz propagiert, während er gleichzeitig Beratungsleistungen für Amazon erbrachte.
Amazon, Oracle, das Pentagon und die Ex-Regierungsangestellten haben sich nicht öffentlich zur jüngsten Gerichtsklage geäussert, da es sich um laufende Rechtsstreitigkeiten handle. (paz)

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