Pentagon holt sich Hyperscaler für Riesen-Cloud-Projekt

22. November 2021, 11:23
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Das grosse Cloud-Projekt des US-Verteidigungs­ministeriums wird neu aufgegleist. AWS und Microsoft werden bevorzugt, aber alle Hyperscaler könnten zum Zug kommen.

Das Pentagon hat Details zum neuen Riesen-Cloud-Projekt bekannt gegeben, womit das Jedi-Projekt ersetzt werden soll. Unter dem Namen Jedi (Joint Enterprise Defense Infrastructure) hatte das US-Verteidigungsministerium eine 10 Milliarden Dollar schwere Public-Cloud-Ausschreibung durchgeführt und Microsoft den Zuschlag erteilt. Nach einer Reihe von Einsprachen und Gerichtsverfahren zog das Ministerium den Zuschlag wieder zurück. 
Nun kommt also das Jedi-Nachfolgeprojekt JWCC (Joint Warfighting Cloud Capability): Amazon, Microsoft, Google und Oracle wurden zu einer Angebotsabgabe eingeladen.  Aber das Verteidigungsministerium erklärte bereits, künftig auf mehrere Anbieter setzen zu wollen. Der neue Ansatz unterscheidet sich somit deutlich von der Jedi-Ausschreibung, bei der ein einzelner Anbieter zum Zuge kommen sollte.

Neu gibt es einen Multi-Cloud-Ansatz

Das Pentagon macht deutlich, dass es zwar AWS und Microsoft bevorzugt, dass aber jeder der eingeladenen Anbieter einen Anteil an diesem Geschäft erhalten könnte. Man beabsichtige an AWS und Microsoft einen Vertrag zu vergeben, zitiert 'Tech Crunch' aus den Unterlagen. Beabsichtigt sei jedoch auch, solchen Cloud Service Providern einen Zuschlag zu erteilen, die nachweislich in der Lage seien, die Anforderungen zu erfüllen.
Eine Marktforschung habe ergeben, dass dazu nur wenige Anbieter in der Lage seien, so das Ministerium zur Vorauswahl. Von ihnen seien nur zwei dieser Hyperscaler – eben AWS und Microsoft – derzeit in der Lage, alle Anforderungen des Verteidigungsministeriums zu erfüllen.
Die Regierung arbeite noch an der Preisgestaltung. Da aber mehrere Anbieter involviert sind, sei es möglich, dass das Projekt teurer wird als die 10 Milliarden Dollar, die einst im JEDI-Vertrag vorgesehen waren. Das Ministerium gehe davon aus, "dass eine Obergrenze in Höhe von mehreren Milliarden Dollar erforderlich sein wird", heisst es weiter.
Während der JEDI-Vertrag auf 10 Jahre angelegt war, sind nun Dreijahresverträge geplant, mit zwei optionalen Verlängerungen um je ein Jahr.
Noch wurde kein Auftrag vergeben. Das Ministerium müsse noch mit jedem Unternehmen separate Verträge abschliessen. Dieser Prozess soll voraussichtlich im dritten Quartal 2022 abgeschlossen werden. 

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