Pentagon plant Spezialtruppe zur "Online-Kriegsführung"

24. Juni 2009, 12:04
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Der US-Verteidigungsminister Robert Gates will eine übergeordnete "Cyber-Verteidigungstruppe" schaffen, die alle Netzwerke des US-Militärs gegen Angriffe über das Internet schützen soll, wie die 'Washington Post' berichtet.

Der US-Verteidigungsminister Robert Gates will eine übergeordnete "Cyber-Verteidigungstruppe" schaffen, die alle Netzwerke des US-Militärs gegen Angriffe über das Internet schützen soll, wie die 'Washington Post' berichtet. Gates habe in einem Memo an hochrangige Militärs geschrieben, dass er Präsident Obama empfehlen werde, die neue Truppe unter das Kommando des jeweiligen Chefs der National Security Agency NSA zu stellen. Diese wird gegenwärtig vom Dreisternegeneral Keith B. Alexander geleitet.
In der neuen Truppe sollen alle Hightech-Bereiche des Militärs unter einem Dach zusammengefasst und zentral geleitet werden. Das Cyberkommando sei darauf ausgelegt, das Milität vor Online-Attacken und Spionage im Web zu schützen. Die Einheit wird sowohl Unterorganisationen der Army und Navy als auch der Airforce umschliessen. Das dadurch entstehende neue Kommando soll dann in der Lage sei, die USA im Informationskrieg zu schützen und bei Bedarf gegen feindliche Nationen tätig zu werden.
Unklar ist aber die Verteilung der Kompetenzen bei der Verteidigung von Netzwerken ausserhalb des militärischen Bereichs zwischen der neuen Cybertruppe, dem Department of Homeland Security und anderen Behörden, die sich mit Security befassen. Da sind, wie in den USA üblich, Grabenkämpfe zwischen den verschiedenen Behörden absehbar.
Laut Verteidigungsministerium soll die Gruppe in den kommenden Monaten ihre Arbeit aufnehmen und bis Oktober 2010 schliesslich voll einsatzfähig sein. Hauptgrund für die Einführung des Cyberkommandos ist die wachsende Besorgnis über die potenzielle Gefahr von Online-Spionage. Vor allem aus China und Russland sollen zuletzt immer wieder solche Aktionen gestartet worden sein. In den vergangenen Monaten waren zahlreiche Sicherheitslücken aufgetreten, unter anderem wurden Dokumente zu dem 300 Milliarden Dollar schweren Joint Strike Fighter Project gestohlen.
Aus dem Büro des US-Verteidigungsministers hiess es vergangene Woche, dass die Cyber-Kriegsführung derzeit eine der grössten Herausforderungen für das Militär sei. Angst besteht sowohl vor Terroristengruppen als auch der organisierten Kriminalität, Hackern und Industriespionage. "Hier handelt es sich nicht um eine zukünftige Bedrohung, die Online-Gefahr besteht hier und heute", warnte William Lynn, der stellvertretende US-Verteidigungsminister. (hjm/--http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=090624027—pte--)

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