Peoplesoft nach langem Kampf gesprächsbereit

5. Oktober 2004, 17:19
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Der Rausschmiss von CEO Jeff Conway bei Peoplesoft scheint mit einem Strategiewechsel einher zu gehen: Ein Verwaltungsrat sagte heute, man sei bereit, mit Oracle über die Übernahme zu verhandeln.

15 Monate lang war der ERP-Hersteller Peoplesoft unbeugsam und wehrte sich mit allen Mitteln gegen eine Übernahme durch den Konkurrenten Oracle. Heute zeigte sich der Verwaltungsrat zum ersten Mal konzilianter, wie das "Wall Street Journal" berichtet. Jeff Goldby, einer der Verwaltungsräte, erklärte bei einer Gerichtsverhandlung, man sei dazu bereit, sich mit Oracle über eine Akquisition zu einigen. Allerdings nur, falls der Preis stimme und es eine hohe Wahrscheinlichkeit gebe, dass die Übernahme schnell abgeschlossen werden könnte.
Dass die Übernahme schnell über die Bühne gehen könnte, scheint zum heutigen Zeitpunkt wahrscheinlich. Das US-Bundesgericht hat vor einem Monat einen Antrag des US-Justizdepartements, die Übernahme aus kartellrechtlichen Gründen zu blockieren, abgeschmettert.
Unklar ist allerdings, ob der Verwaltungsrat ein höheres Angebot von Oracle verlangen würde. In allen bisherigen öffentlichen Aussagen erklärten die Peoplesoft-Verantwortlichen, das Angebot von Oracle (21 Dollar pro Aktie, insgesamt etwa 7,7 Mrd. Dollar) sei zu tief.
Der frühere CEO von Peoplesoft, Jeff Conway, war bisher die Gallionsfigur des Widerstands gegen die Übernahme. Schon nach seinem Rausschmiss am letzten Freitag wurde spekuliert, dass Peoplesoft nun doch einen Deal mit Oracle anstreben könnte. (Hans Jörg Maron)

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