Personelle Konsequenzen in der Seco-Affäre

13. Februar 2014, 09:24
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Stellvertretender Leiter der Direktion für Arbeit im Seco geht.

Stellvertretender Leiter der Direktion für Arbeit im Seco geht.
Der Korruptionsfall im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat personelle Konsequenzen. Dominique Babey, Stellvertretender Leiter der Direktion für Arbeit und direkter Vorgesetzter des verhafteten Hauptverdächtigen, verlässt das Staatssekretariat.
Babey habe am vergangenen Sonntag nach den Vorfällen und insbesondere mit Rücksicht auf seine Gesundheit darum gebeten, von seinen Funktionen als Stellvertretender Leiter der Direktion für Arbeit und als Leiter Arbeitsmarkt / Arbeitslosenversicherung (ALV) per sofort entbunden zu werden, teilte Antje Baertschi, Leiterin Kommunikation im Seco, am Donnerstag zu einem Bericht der 'Neuen Zürcher Zeitung' mit.
Zu früheren Medienberichten, wonach Babey über Missstände bei der Vergabe von Aufträgen seit Jahren Bescheid gewusst habe, äusserte sich die Seco-Sprecherin nicht. Sie verwies auf die laufende Administrativ- und die Strafuntersuchung.
Babey werde dem Leiter der Direktion für Arbeit, Boris Zürcher, weiterhin beratend und für Spezialaufgaben zur Verfügung stehen. Bis auf Weiteres werde Zürcher den Bereich Arbeitsmarkt/ALV direkt führen. Im Zusammenhang mit den Vorfällen im Bereich Arbeitsmarkt/ALV sei keine weitere Person freigestellt worden, teilte das Seco weiter mit.
Kurz vor der Pensionierung
Babey ist 64-jährig und stand kurz vor der Pensionierung. Er war seit Mitte
1999 Leiter des Bereichs Arbeitsmarkt/ALV in der Direktion für Arbeit. Zuvor war er seit 1998 Leiter des gleichnamigen Bereichs im Bundesamt für Wirtschaft (BWA), dem früheren BIGA und von 1992 bis 1998 stellvertretender Chef der Abteilung Arbeitsmarkt im BIGA.
Die mutmassliche Korruptionsaffäre im Seco war vor zwei Wochen von den Zeitungen 'Tages-Anzeiger' und 'Bund' aufgedeckt worden. Ein Ressortleiter im Seco soll zusammen mit Komplizen beim IT-Dienstleister Fritz & Macziol sowie einer Tochterfirma korrupte Geschäfte getätigt haben.
Dem IT-Unternehmen sollen überteuerte Aufträge zugeschanzt worden sein. Im Gegenzug soll der Ressortleiter Geschenke wie etwa VIP-Tickets für Fussballspiele angenommen haben. Seit vergangener Woche sitzt ein Seco- Mitarbeiter in Untersuchungshaft. Gemäss unbestätigten Berichten handelt es sich bei ihm um den unter Korruptionsverdacht stehenden Seco-Ressortleiter. (sda/mim)

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