Phishing-Angriff legt EU-Emissionshandel lahm

3. Februar 2010, 10:04
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Ein Hacker-Angriff hat das Emissionshandelssystem in mehreren europäischen Ländern lahmgelegt, wie die 'Financial Times Deutschland' heute berichtet.

Ein Hacker-Angriff hat das Emissionshandelssystem in mehreren europäischen Ländern lahmgelegt, wie die 'Financial Times Deutschland' heute berichtet. Gestern konnten aufgrund der Übearbeitung der Sicherheitssysteme an der Energiebörse abgeschlossene Deals in Deutschland, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Griechenland, Italien, Rumänien, Spanien und Ungarn nicht in die entsprechenden Datenbanken eingetragen werden. In Norwegen, Österreich und Holland wurden die Zugänge nach einigen Stunden wieder freigeschaltet. In Deutschland, so erklärte eine Sprecherin der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) in Potsdam gegenüber der 'FTD', dürfte der Zugang noch mindestens bis Ende Woche gesperrt bleiben. Laufende Transaktionen sollen später nachgetragen werden.
Die Hacker haben sich gemäss 'FTD' durch einen klassischen, allerdings sehr gezielten Phishing-Angriff Logindaten zu den Emissionskonten von Unternehmen beschafft. In einem E-Mail schrieben sie diesen Unternehmen, sie müssten sich zur Abwehr drohender Hackerangriffe (!) auf einer bestimmten Webseite neu registrieren. Aus den so geknackten Konten stahlen die Angreifer "Verschmutzungsrechte" (was für ein Wort), übertrugen sie auf Konten im Ausland und verkauften sie rasch weiter. Der Gesamtschaden ist nicht bekannt, laut 'FTD' verlor aber ein mittelgrosses Unternehmen allein Emissionsrechte im Wert von 1,5 Millionen Euro. (hjm)

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