PHP, Perl und Python auf dem absteigenden Ast?

5. August 2005, 14:36
  • technologien
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Entwickler wenden sich gemäss einer Studie mehr und mehr von den drei Open-Source-Script-Sprachen ab.

Entwickler wenden sich gemäss einer Studie mehr und mehr von den drei Open-Source-Script-Sprachen ab.
Gemäss einer Umfrage der Evans Data Corporation (EDC) unter 400 Softwareentwicklern in Europa, dem Nahen Osten und Afrika scheint die Beliebtheit von PHP und die der ähnlichen Open-Source-Script-Sprachen Perl und Python in den letzten 12 Monaten stark abgenommen zu haben. Gemäss EDC ist die Anzahl der PHP-Entwickler in diesem Zeitraum um 25 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig gaben 40 Prozent mehr Entwickler an, dass sie PHP nicht für zukünftige Projekte in Betracht ziehen werden. Die Zahl der Entwickler, die Python verwenden nahm gemäss EDC ebenfalls um 25 Prozent ab, die der Perl-Entwickler um 20 Prozent.
Zenit überschritten?
John Andrews, EDCs COO analysiert: "Der weltweite Gebrauch von PHP, Perl und Python hat vor ein bis zwei Jahren seinen Höhepunkt erreicht und nimmt nun aufgrund einer Reihe von Gründen wieder ab. Einer der Schlüsselfaktoren…ist dabei, dass es diese Sprachen bisher nicht geschafft haben, sich bei Grossunternehmen wirklich einzubürgern."
Scriptsprachen werden unter anderem von Webentwicklern dazu verwendet, um komplexe Websites zu erstellen. Vor allem PHP hat in den letzten Jahren in diesem Bereich eine grosse Verbreitung gefunden und war als Teil des immer beliebter werdenden "Lamp"-Pakets (Linux, Apache, mySQL und Perl/Python/PHP). Speziell in den letzten Monaten haben sich einige Industrieschwergewichte wie IBM, Oracle, SAP und Intel verstärkt hinter PHP gestellt und Produkte oder Investitionen angekündigt. Verflüchtigt sich nun ironischerweise genau in diesem Moment das "P" aus der Lampe?
oder nur ein Zwischentief?
Heftigen Wiederspruch zu dieser These äussert Zend Technologies, die Firma, welche die Sprache entwickelt hat und sie weiter unterstützt. Schon allein die zunehmende Unterstützung durch die IT-Riesen, meinte dazu Zend's Vize-Präsident Michael Gerin im Gespräch mit dem 'Register', zeige, dass der PHP-Markt weiter wachsen werde. Auch ein EDC-Sprecher gab zu, dass diese Unterstützung genau den von EDC bemängelten Marktanteil bei Grossunternehmen erhöhen und damit eine Trendumkehr bewirken könnte.
Übrigens scheint nun sogar Microsoft auf den PHP-Zug aufzuspringen, um Linux, Apache und mySQL den "PHP"-Vorteil wegzunehmen. Gemäss Gerin wird die nächste Version von Microsoft "Internet Information Server" (IIS) auch PHP von Anfang an unterstützen. (Hans Jörg Maron)

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