Platzt der Schweizer Cebit-Traum?

12. September 2013, 15:36
  • politik & wirtschaft
  • schweiz
image

Die Schweiz wird 2015 ziemlich sicher nicht Cebit-Gastland. Trotzdem wird die Messe in Hannover gepusht.

Die Schweiz wird 2015 ziemlich sicher nicht Cebit-Gastland. Trotzdem wird die Messe in Hannover gepusht.
1991 war die Schweiz Partnerland der Cebit (Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation) - der weltgrössten IT-Messe in Hannover. Der Dachverband ICTswitzerland will nach vielen Jahren die Schweiz wieder als Gastland einbringen, und zwar bereits 2015. Dieser Traum dürft nun aber geplatzt sein.
Heute wurde bekannt, dass Grossbritannien im kommenden Jahr Cebit-Partnerland wird, nach Polen im Vorjahr. Bei der Partnerland-Wahl verfolgt die Messe eigentlich den Rhythmus, dass das eine Jahr ein nahes und im nächsten Jahr ein fernes Land Partner sein darf. Da nun zwei europäische Länder hintereinander gewählt wurden, wird es 2015 mit aller grösster Wahrscheinlichkeit keines mehr sein. Das bestätigte auch Verena Stübner (Zweite von rechts), Vertriebsbeauftragte der Handelskammer Deutschland-Schweiz, gegenüber inside-channels.ch an einer Pressekonferenz in Zürich. Zwar sei 2015 unrealistisch, es werde aber weiterhin darauf hingearbeitet, dass die Schweiz zu einem späteren Zeitpunkt als Gastland auftreten kann.
Für 590 Franken zur Cebit
Die Schweiz wird in Hannover trotzdem stark vertreten sein. Das Ziel ist, so Stübner, eine Schweizer IT-Messe an der Cebit zu organisieren. Zum einen wird es ja bekanntlich zwei neue Pavillons zu den Themen Research & Innovation und Security vorort geben. Zum anderen hat ICTswitzerland einen Charterflug organisiert, um Interessenten am letzten Tag der Messe, am 14. März 2014, nach Hannover zu fliegen. Wer bis am 30. September bucht, kann für 590 Franken mit - ansonsten für 750 Franken. Das Ziel sei, so die Vertriebsbeauftragte, das Flugzeug zu füllen. Im vergangenen Jahr kamen 60 Personen mit - die diesjährige Resonanz könne man noch nicht abschätzen.
Wie viel ein Ausstellerplatz in einem der Pavillons kosten wird, ist laut Stübner noch nicht klar. Man erarbeite den Preis gerade. Andreas Gruchow (Erster von links), Mitglied des Vorstands Deutsche Messe, sagte, dass ein Aussteller in Hannover zwischen 150 bis 300 Euro pro Quadratmeter bezahlen muss - je nach Messe. Hinzu kommen jedoch noch weitere Ausgaben wie beispielsweise für den Standbau oder Personalkosten. Der Bodenpreis an der Messe mache laut einer Umfrage rund 10 bis 15 Prozent der gesamten Ausgaben aus. Der Head of Trade Fairs Switzerland Global Enterprise (ehemalige Osec) Pascal Blanc (Erster von rechts) kann hier schon genauere Angaben bieten. Wer bei einem gemeinsamen "Switzerland"-Stand mitmachen will, bezahlt 1200 Euro pro Quadratmeter - dazu komme lediglich noch die Reise und das eigene Gehalt.
Stübner hofft, dass in diesem Jahr viele Schweizer Aussteller den Weg nach Hannover finden. Vor einem Jahr waren rund 30 vorort - es gab aber auch schon Jahre mit bis zu 50 Schweizer Ständen an der Cebit. (Linda von Burg)
Foto v.l.n.r.: Andreas Gruchow (Mitglied des Vorstandes Deutsche Messe), Rudolf Güdel (CEO Güdel Group), Verena Stübner (Leiterin Vertretung Deutsche Messe Schweiz), Pascal Blanc (Head of Trade Fairs Switzerland Global Enterprise)

Loading

Mehr zum Thema

image

BIT vergibt Testing-Aufträge für über 90 Millionen Franken

In zwei Losen wurde je 5 Unternehmen ein Auftrag zugesprochen. Einmal für Testautomatisierung und Spezialtests, einmal für manuelles Testing und Testmanagement.

publiziert am 23.11.2022
image

Cyberangriff auf Infopro legt Buchhaltungssoftware lahm

Kriminelle haben den Host infopro.ch attackiert. Tausende Winbiz-Kunden stehen seit einigen Tagen ohne Cloud-Hosts oder Rechnungs-, Buchhaltungs- und Gehaltsverwaltungssoftware da.

publiziert am 23.11.2022
image

Handelsregistereintrag auf der Post

Im Zuge eines Pilotprojekts können im Baselbiet Einzelfirmen am Postschalter gegründet werden.

publiziert am 23.11.2022
image

Lauris Loat wird neuer Datenschützer im Wallis

Er folgt auf Sébastien Fanti, der das Amt während 9 Jahren geleitet hat. Die ersten Aufgaben für den neuen Datenschützer warten bereits.

publiziert am 23.11.2022