Platzt die Hadoop-Blase?

10. Dezember 2014, 12:34
  • technologien
  • open source
image

Verschiedene US-Startups setzen auf das Apache-Projekt Hadoop und Hadoop-Spezialist Hortonworks will noch diese Woche an die Börse. Beobachter warnen allerdings vor einer Hadoop-Blase.

Verschiedene US-Startups setzen auf das Apache-Projekt Hadoop und Hadoop-Spezialist Hortonworks will noch diese Woche an die Börse. Beobachter warnen allerdings vor einer Hadoop-Blase.
Hadoop war für uns lange wie ein Katzenfoto. Schrieben wir einen Titel, in dem der Begriff "Hadoop" vorkam, gab es viele Klicks. Doch in diesem Jahr scheint "Hadoop" seine Magie verloren zu haben - das Wort alleine sorgt nicht mehr für grosses Interesse.
Mit Hadoop kann man grosse Mengen an strukturierten (Datenbank) und unstrukturierten (zum Beispiel Filme) Daten auf verteilten Servern speichern und durchsuchen. Hadoop ist ein Apache-Projekt und Open Source.
Einige US-Startups wollen ein Geschäft mit Dienstleistungen für Hadoop-Anwender aufbauen und wetten ihre Existenz auf den Erfolg des Big-Data-Frameworks. So der Hadoop-Distributor Hortonworks, der noch diesen Freitag an die New Yorker Technologie-Börse Nasdaq gebracht werden soll. Diesen Plan halten einige US-Beobachter für vermessen, sie sprechen von einem Hadoop- und Big-Data-Hype. Hortonworks sei ein "Undercorn", ein "Unicorn" (Einhorn), das Horn und Flügel verloren habe und sich als simples Pferd entpuppte, höhnte Anfang Monat die Online-Version der US-Zeitschrift 'Fortune'. Grund: Hortonworks musste den Verkaufspreis pro Aktie tiefer ansetzen als die investierenden Risikokapitalisten ursprünglich gedacht haben und ist nun weniger als eine Milliarde Dollar wert.
Überhaupt glaubt man bei 'Fortune' nicht an die Zukunft der Firmen, die auf Hadoop setzen. So listet der US-Tech-Journalist Gil Press http://www.inside-it.ch/articles/32210) Hadoop selbst in ihre Plattformen integrieren. Überhaupt werde es keinen Markt für Hadoop-Services geben, schreibt Press, weil Unternehmen bald die eigenen IT-Leute auf Hadoop-Projekten ansetzen könnten, statt teure Externe anstellen zu müssen.
Ein weiteres Argument: Natürlich könne man grosse, unstrukturierte Datenmengen auch ohne Hadoop analysieren, also "Big Data machen". Davon liessen wir uns letzte Woche zum Beispiel überzeugen.
Das Killerargument schlechthin bringt der 'Forbes'-Journalist dann zum Schluss. "Hadoop is so 2004", also veraltet. In der Tat propagiert Google unterdessen ein neues Produkt namens "Cloud Dataflow" als Nachfolger für MapReduce. Der Algorithmus MapReduce ist ein Kernbestandteil von Hadoop. Er wurde 2004 bei Google entwickelt. (hc)

Loading

Mehr zum Thema

image

So hat Globus seine IT von der Migros losgelöst

Nachdem der Detailhändler von Migros an ein ausländisches Joint-Venture verkauft wurde, mussten rund 80% der IT-Services in die Eigenständigkeit überführt werden.

publiziert am 15.8.2022
image

BRACK.CH liefert – auch an Geschäftskunden

Bei der Beschaffung von Betriebs- und Verbrauchsmaterial gibt es in vielen Unternehmen und Institutionen Potenzial, um Kosten zu sparen. Dabei kann sich die Lieferantenwahl als entscheidender Schlüsselfaktor erweisen. Vier Gründe, warum es sich lohnt, bei BRACK.CH einzukaufen.

image

Auch Swissquote hat jetzt eine Twint-App

Twint zählt 4 Millionen User und ist ab sofort auch für Kunden von Swissquote verfügbar.

publiziert am 9.8.2022
image

Explosion in US-Rechenzentrum von Google

Drei Personen haben nach einem elektrischen Zwischenfall schwere Verbrennungen erlitten. Ob die Explosion Ursache einer Search-Störung war, ist nicht bestätigt.

publiziert am 9.8.2022