Pöstler mit Android-Geräten unterwegs

9. September 2014, 10:31
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Ab Oktober werden Postboten mit 20'000 Android-Geräten ausgestattet. Die Post investiert 20 Millionen Franken und entwickelt auch eigene Apps.

Ab Oktober werden Postboten mit 20'000 Android-Geräten ausgestattet. Die Post investiert 20 Millionen Franken und entwickelt auch eigene Apps.
Wer kennt das nicht: Der Pöstler bringt ein Paket oder einen eingeschriebenen Brief und verlangt eine Unterschrift. Es piepst, und der Postbote ist bereits wieder weg. Diese Handscanner der Post werden jetzt ersetzt - mit modernen Android-Geräten. Wie Post-Sprecher Bernhard Bürki gegenüber inside-it.ch bestätigt, wird die Post ab Mitte Oktober die rund 20'000 Handscanner austauschen. Das Projekt läuft unter dem Namen "Nemo" (Neuorientierung Mobile Computing). Die Post investiert dafür rund 20 Millionen Franken.
Apps und Zugriff aufs Backend
Zum Einsatz kommen Geräte des US-amerikanischen Herstellers Intermec, die von der Schweizer Niederlassung des belgischen Unternehmens Zetes geliefert werden. Zetes ist für die nächsten fünf Jahre auch für Wartung und Reparatur zuständig.
Der Intermec CN51 verfügt über ein 4-Zoll-Multitouch-Display und unterstützt sowohl Microsoft Windows Embedded als auch Android 4.x. "Wir haben uns nach einem extensiven Praxistest für Android entschieden und werden für diese Plattform auch eigene Apps entwickeln, etwa für die Adress-Suche", erklärt Bürki. Für die Post sei es wichtig gewesen, ein Gerät zu haben, dessen Akku mindestens für eine Tagestour hält. Ausserdem könne der CN51 auch bei Minus-Temperaturen eingesetzt werden. Das Gerät kann mehrere Barcodes auf einmal einlesen.
Die Postboten werden künftig über die Geräte auch Zugriff auf das Backend-System der Post haben. Ein Beispiel: Wenn der Pöstler ein Paket bringt und niemand Zuhause ist, kann er im System nachschauen, welche Zustellpräferenzen der Kunde angegeben hat; etwa ob das Paket dem Nachbar abgegeben oder hinters Haus gelegt werden kann. "Auf diese Informationen konnten die Postboten bis jetzt nicht direkt zugreifen", sagt Bürki. Auf Basis der Android-Plattform seien weitere Apps und Dienstleistungen geplant.
Das Rollout der Geräte soll bis im Herbst 2015 abgeschlossen sein. (Maurizio Minetti)
(Foto: links ein Handscanner, wie er heute im Einsatz ist, rechts ein Intermec CN51).

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