Politik der kleinen Schritte bei ICTSwitzerland

9. Januar 2007, 11:35
  • e-government
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Der Dachverband der unzähligen Schweizer IT-Verbände stellte gestern die Ziele für 2007 vor.

Der Dachverband der unzähligen Schweizer IT-Verbände stellte gestern die Ziele für 2007 vor.
Die Schweizer ICT-Branche ist durch eine Unzahl von Verbänden einerseits und eine krasse Untergewichtung in Öffentlichkeit und Politik andererseits geprägt. Um diesen - mittelfristig gefährlichen - Missstand zu beheben, gibt es unter anderem den "Verband der Verbände" ICTSwitzerland, der als "one voice" der Branche in der Gesellschaft zu mehr Gewicht verhelfen soll.
Informatik-Doyen Prof. Carl August Zehnder, UBS-Entwicklungsleiter Stefan Arn und asut-Präsident Fulvio Caccia informierten gestern an einer Medienveranstaltung in der ETH-Kuppel über die Ziele, die sich der Dachverband der Schweizer Informatik- und Telekommunikations-Branche für 2007 gesetzt hat. Klar wurde: Sowohl in der Politik wie auch in der Rolle als "Verein der Vereine" ist für ICTSwitzerland nur eine Politik der kleinen Schritte möglich.
Politischer Einfluss
Berufspolitiker Fulvio Caccia, als ehemaliger Chef der ComCom mit "Bern" bestens vertraut, zeigte auf, wie ein Verband wie ICTSwitzerland politischen Einfluss ausüben kann: Durch gezielte und vor allem koordinierte Intervention der Mitgliedsorganisationen des Dachverbandes. So ist es gelungen, mit etwa 20 in die gleiche Stossrichtigung zielenden Stellungnahmen einen internen, ersten Entwurf der bundesrätlichen E-Government-Strategie noch in andere Bahnen zu lenken, wie Caccia erzählte.
Seinen Einfluss geltend machen will ICTSwitzerland auch beim drängenden Thema der (nicht existenten) Informatik-Grundausbildung an den Gymnasien.
Roadmap und mehr
ICTSwitzerland-Präsident Stefan Arn stellte seine Strategie für 2007 vor. Erstens will er mit einer "Roadmap" Klarheit darüber schaffen, welche der Mitgliedsorganisationen sich mit welchen Projekten beschäftigt und damit Mehrspurigkeiten vermeiden helfen.
Zweitens will ICTSwitzerland ein Positionspapier zum Berufsbild des Informatikers in 10 Jahren erarbeiten. Damit kann dann versucht werden, das Ausbildungswesen in die richtige Richtung zu lenken. Arn - seit wenigen Tagen als Entwicklungsleiter Herr über mehr als Tausend UBS-EntwicklerInnen - will sich dabei an den künftigen Bedürfnissen der Grossfirmen in der Schweiz ausrichten, da diese naturgemäss auch am meisten Informatiker "konsumieren".
Weiter will die "one voice" der ICT-Industrie beim Forum Informationsgesellschaft Schweiz mitarbeiten und die "ePower"-Initiative weiter voranbringen. (Christoph Hugenschmidt)

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