Politik hält an der CES Einzug

6. Januar 2020, 15:07
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Der Auftritt von Ivanka Trump am Eröffnungstag der grossen US-Messe sorgt für Kritik. Unzählige Frauen seien geeigneter, über Technologie zu sprechen.

Die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas war bis jetzt vor allem als führende Messe für Unterhaltungselektronik bekannt, bei der Fernseher ebenso wie technologische Neuerungen, Sprachassistenten oder autonome Fahrzeuge präsentiert werden. Doch die diesjährige Ausgabe, die am 7. Januar beginnt, steht auch im Zeichen der Politik.
Für Empörung sorgte im Vorfeld besonders der angekündigte Auftritt von Invanka Trump. Die Tochter des US-Präsidenten wird an einem Keynote Talk mit Gary Shapiro, Präsident des Wirtschaftsverbands und CES-Veranstalters Consumer Technology Association (CTA), teilnehmen. Sie soll dort am Eröffnungstag über "die Zukunft der Arbeit" sprechen. Die US-Regierung hat mit über 150 so viele Vertreter wie kaum zuvor für die Messe angekündigt: So wollen auch Transportation Secretary Elaine Chao, Commerce Secretary Wilbur Ross und U.S. Chief Technology Officer Michael Kratsios teilnehmen.

Veranstalter verteidigt Trumps Auftritt

Kritik wurde aber vor allem am Auftritt von Ivanka Trump laut, in den sozialen Medien unter anderem mit dem Hashtag #boycottCES. Dort wird kritisiert, dass andere Frauen mit wesentlich mehr Expertise keine derart prominenten Auftritte bei der CES bekommen würden. "Dies ist eine schreckliche Entscheidung auf so vielen Ebenen, aber auch eine Beleidigung für die Jahre, in denen dagegen protestiert wurde, wie wenige Frauen zu Keynotes eingeladen wurden", twitterte die Tech-Journalistin Rachel Sklar.
Die bekannte Branchenanalystin Carolina Milanesi kritisierte in einem 'Forbes'-Artikel, in der Industrie gebe es viele Frauen, die viel besser qualifiziert seien, über die Veränderungen der Arbeitswelt durch Technologie zu sprechen. Trump tritt an der CES als "Beraterin des Weissen Hauses" auf.  Gegenüber der 'BBC'  verteidigte CES-Chef Shapiro die Einladung: "Es gibt einen grossen Fokus auf die Jobs der Zukunft, und die Keynote, die ich mit Ivanka Trump halten werde, wird sich sicherlich darauf konzentrieren, wie die Industrie mit der Regierung an diesem sehr wichtigen Thema zusammenarbeitet." Er machte jedoch keine Aussage dazu, ob Ivanka Trumps Auftritt die Idee der Veranstalter gewesen sei oder ob das Weisse Haus die Teilnahme angefordert habe.

Apple nach langer Absenz wieder präsent

Insegsamt wird die CES in diesem Jahr acht Keynote-Events mit externen Referenten veranstalten. Neun der Redner und Moderatoren sind Männer und acht Frauen. Angekündigt sind auch einige hochrangige Tech-Repräsentantinnen. So spricht die ehemalige Hewlett-Packard-Chefin Meg Whitman. Und in einem ihrer seltenen öffentlichen Auftritte steht Jane Horvath, die Datenschutz-Chefin von Apple, auf der Bühne. Das Unternehmen wird erstmals seit 1992 wieder an der CES präsent sein.
Korrigenda:
Ivanka Trump ist die Tochter von Trump. Der Artikel wurde dahingehend korrigiert.

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