Polnischer IT-Riese übernimmt SoftM

14. November 2008, 13:29
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Der börsenkotierte polnische IT-Konzern Comarch übernimmt die Mehrheit am deutschen ERP-Spezialisten (Semiramis) und Systemintegratoren SoftM.

Der börsenkotierte polnische IT-Konzern Comarch übernimmt die Mehrheit am deutschen ERP-Spezialisten (Semiramis) und Systemintegratoren SoftM.
Der hierzulande unbekannte grosse polnische IT-Konzern Comarch (3000 Mitarbeitende in 11 Ländern) übernimmt die Mehrheit am deutschen Software-Hersteller (Semiramis) und Systemintegrator SoftM. Comarch kauft 1'500'000 neu ausgegebene Aktien von SoftM für etwa dreieinhalb Euro das Stück. Zusammen mit Aktien, die Comarch den Altaktionären abkaufen wird, werden die Polen die Mehrheit an SoftM halten. Den Kleinaktionären bietet Comarch den Kauf ihrer Anteile für 3,45 Euro das Stück an, was ungefähr dem aktuellen Börsenkurs entspricht.
Als Teil der Comarch-Gruppe will SoftM den bisherigen Kurs, sprich den Ausbau des Geschäfts mit der modernen KMU-Lösung Semiramis und der neuen Finanzlösung SharkNex, beibehalten. Die Übernahme der Mehrheit durch Comarch spült nicht nur etwa fünf Millionen Euro in die Kasse von SoftM, sondern bringt den Deutschen auch eine starke Vertriebsorganisation in Osteuropa. Comarch selbst ist Systemintegrator und hat zwei Lösungen für kleinere Betriebe. Semiramis zielt hingegen auf Unternehmen ab 50 Mitarbeitende.
SoftM kommt historisch aus der AS/400-Ecke und ist auch im Hardware- und Systemintegrationsbusiness tätig. Hier erhoffen sich die Deutschen eine Stärkung des Portfolios und eine Erweiterung der Zielmärkte durch Comarch. SoftM hat Semiramis erst im Dezember 2006 aus einem Konkurs übernommen. Die Lösung, die in der Schweiz über Partner vertrieben wird, scheint sich unterdessen aber vom Imageschaden erholt zu haben.
Erst vor wenigen Wochen ist Polynorm (i/2) mit der Übernahme von PowerSource ins Geschäft mit Semiramis eingestiegen.
Stagnierende Umsätze
Gleichzeitig mit dem Einstieg von Comarch gab SoftM auch vorläufige Zahlen für das dritte Quartal 2008 bekannt. Der Lizenzumsatz betrug in den ersten neun Monaten des Jahres 14,9 Millionen Euro, etwas (7 %) mehr als vor einem Jahr. Der Gesamtumsatz von SoftM stagnierte bei knapp 40 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn beträgt 0,5 Millionen Euro, vor einem Jahr resultierte noch ein kleiner Verlust. (Christoph Hugenschmidt)

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