Post auf der Suche nach neuen Kunden für SuisseID

19. Mai 2011, 15:42
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Mit Weiterentwicklungen macht SwissSign die elektronische Identität zwar komfortabler, doch zur weiteren Verbreitung sind unbedingt neue Kunden gefragt.

Mit Weiterentwicklungen macht SwissSign die elektronische Identität zwar komfortabler, doch zur weiteren Verbreitung sind unbedingt neue Kunden gefragt.
"Es wäre schön, wenn wir mehr Kunden hätten", sagte Adrian Humbel, CEO der Posttochter SwissSign, heute an einer Pressekonfenrenz. Derzeit nutzten rund 8000 Privat- und Geschäftskunden "einige 10'000" digitale Identitäten von der Post. Der grösste Teil dieser SuisseID genannten Identitätsnachweise läuft in der öffentlichen Verwaltung und bei anderen staatlichen Stellen. "Das E-Governement spielt eine wichtige Vorreiterrolle", hielt Urs Fischer fest, der bei der Post die Business Unit SuisseID verantwortet. Damit das so bleibt, hat man nun eine E-Gov-SuisseID für Ämter und diverse Erweiterungen aufgeschaltet. So lässt sich die elektronische Identität künftig online verlängern, ohne die bestehenden Sticks oder Karten austauschen zu müssen. Eine Schweizer Novität, wie Fischer betonte. Genauso übernehme man mit dem ab kommender Woche verfügbaren PUK-Verfahren zur Online-Entsperrung der SuisseID eine Pionierrolle. Heute wird die SuisseID übrigens zu 90 Prozent auf USB-Sticks genutzt, nur 10 Prozent der User verwenden dafür eine Karte.
Trotz der Weiterentwicklungen muss sich SwissSign den immer gleichen Fragen zur Sicherheit stellen. Humbel wird denn auch nicht müde zu erklären, dass bisher nur konstruierte Angriffsszenarien zum Erfolg geführt hätten. - Die Diskussion war von Mitarbeitern von Dreamlab lanciert worden. - Angriffe im Alltagseinsatz der SuisseID, so Humbel, hätten bisher bei keinem der Hacker zum Erfolg geführt: Die digitale Identität sei in jedem Fall gleich sicher oder sicherer als üblicherweise auf Papier unterschriebene Verträge, sagte der SwissSign-CEO.
Wer bestimmt den Markt?
Man erinnert sich: Im Mai 2010 ist die elektronische Identität vom Seco (Staatssekretariat für Wirtschaft) mit einem auf neun Monate begrenzten und mit 17 Millionen Franken subventionierten Angebot angeschoben worden. Seitdem haben 271'000 Personen davon Gebrauch gemacht. Im Rennen um die Verteilung des Marktes sind neben SwissSign beispielsweise auch Swisscom, QuoVadis und das Bundesamt für Informatik. Da Humbel sich keine genauen Zahlen zu den Nutzerzahlen entlocken liess und vage von den erwähnten "einigen 10'000" digitalen Identitäten sprach, ist davon auszugehen, dass insbesondere die drei genannten Konkurrenten von SwissSign sich den weitaus grössten Brocken des Marktes teilen.
SwissSign arbeitet profitabel
Humbel ist soeben erst aus Los Angeles zurück, wo er den E-Mail-Dienst IncaMail gegen die inzwischen dritte Klage vom amerikanischen Konkurrenten RPost zu verteidigen hatte. Da das Verfahren weiter hängig ist, wollte Humbel nichts dazu sagen. Er stellt klar, dass SwissSign mit seinen 27 Mitarbeitern profitabel arbeite. Ob das auch für die Sparte SuisseID gilt, liess er allerdings offen. SwissSign umfasst neben der SuisseID und IncaMail auch den sicheren elektronische Briefkasten Swiss Post Box, den SwissStick und SwissSigner. Ausserdem werden individuelle Lösungen mit hohen Sicherheitsanforderungen für Geschäftskunden und internationale Postgesellschaften angeboten.
SuisseID bei Abacus
Bei den Anwendungen der elektronischen Identitäten geht es in den Unternehmen weniger schnell vorwärts als bei den Gemeinden. Allerdings verwies Humbel als Beispiel von gelungenen Integrationen in Unternehmen auf die SuisseID-unterstützten Cloud-Lösungen in AbaWeb von Abacus, auf den Einsatz bei Salesforce und der CRM-Lösung Oracle on Demand. Dennoch sei man auf der Suche nach weiteren Unternehmen, sagte Humbel. Das Potenzial für neue Einsatzgebiete sei gross und in fünf bis zehn Jahren soll, wenn es nach Humbel geht, ein flächendeckender Einsatz der elektronischen Identität möglich sein. (Volker Richert)

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