Postfinance baut Stellen ab

27. Oktober 2020, 15:42
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Auch in der IT dürften Stellen wegfallen. Gleichzeitig sollen im digitalen Umfeld neue Arbeitsplätze entstehen.

Die Postfinance will angesichts schrumpfender Gewinne effizienter werden und baut Arbeitsplätze ab. Bis Ende 2021 werden bei der Post-Tochter rund 130 Vollzeitstellen wegfallen. Parallel dazu sollen allerdings auch rund 80 neue Stellen vor allem in neuen digitalen Geschäftsfeldern entstehen. Zudem gibt sich das Unternehmen eine neue Struktur, wie einer Mitteilung des Finanzinstituts zu entnehmen ist.
Mit ihren Massnahmen will Postfinance den seit mehreren Jahren negativen Trend beim Unternehmensergebnis stoppen und ein Abrutschen in die Verlustzone vermeiden.

Auch IT und Operations betroffen

Der vorgesehene Abbau von rund 130 Arbeitsplätzen wird vor allem den Bereich Retail Banking treffen, wie ein Postfinance-Sprecher gegenüber der 'AWP' sagte. Neben Stellen in der Kundenberatung und dem Marketing werden auch Arbeitsplätze in der IT und im Bereich Operations wegfallen.
Bei weiteren 260 Postfinance-Stellen komme es ausserdem zu "arbeitsrechtlichen Anpassungen", was für die Betroffenen in erster Linie neue Funktionen oder etwa in gewissen Fällen auch einen neuen Arbeitsort bedeuten könne.
Man versuche, wo möglich, den Abbau über die natürliche Fluktuation, auslaufende befristete Arbeitsverhältnisse und (Früh-)Pensionierungen abzuwickeln. Wo es zu Kündigungen kommen würde, käme ein "gut ausgebauter, mit den Sozialpartnern erarbeiteter Sozialplan" zur Anwendung, heisst es weiter.
Der geplante Stellenabbau mache ein Konsultationsverfahren nötig, so Postfinance.

Neue Stellen im Digital-Bereich

In der neuen "Strategieperiode" wird Postfinance das Geschäft in vier eigenständige Geschäftseinheiten aufteilen, die "grösstenteils eigenständig" und unabhängig voneinander agieren sollen.
Die neuen "Business Units" umfassen den Bereich "Payment Solutions" mit dem Zahlungsverkehr, das "Retail Banking", den Bereich "Digital First Banking" mit einer neuen Digitalbank, die im Laufe des kommenden Jahres lanciert werden soll, sowie das "Platform Business" mit dem Vergleichsdienst Valuu.
Die etwa 80 neuen Stellen sollen vor allem im neuen Digitalgeschäft und im Plattformgeschäft entstehen, für welches man "substanzielle Investitionen" plane, wie es in der Mitteilung heisst. In diesem Zusammenhang brauche es "zusätzliches Personal mit vielfältigen Kompetenzen".

Syndicom stellt Entlassungen in Frage

Die Gewerkschaft Syndicom kritisiert die umschriebene Strategie als diffus. "Dass ein Management mindestens 130 Angestellte opfert, ohne an die eigene Strategie zu glauben, ist besorgniserregend. Das lässt uns an der Strategie zweifeln und stellt die Entlassungen zweifellos infrage", sagt David Roth, Zentralsekretär der Gewerkschaft, in einer Mitteilung.
Ausserdem werde der äusserst ambitionierte Zeitplan während den ohnehin durch die Covid-19-Pandemie erschwerten Arbeitsbedingungen zur zusätzlichen Belastung führen, heisst es in der Mitteilung weiter.
"Das Management muss für das Vorhaben flankierende Massnahmen definieren, die Anliegen und Sorgen der Angestellten ernst nehmen und sie in den Umbau einbeziehen." Für das gekündigte Personal nehme man das Management beim Wort, wenn es darum gehe, einen gut ausgebauten Sozialplan auszuhandeln, so Syndicom. 

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