PostFinance bricht Finnova-Projekt ab

22. September 2010, 14:07
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Zu teuer: PostFinance und Valiant verzichten auf ein gemeinsames Verarbeitungszentrum für ihre KMU-Kredite. Valiant migriert wie vorgesehen auf Finnova, PostFinance bleibt im Kreditgeschäft auf Avaloq.

Zu teuer: PostFinance und Valiant verzichten auf ein gemeinsames Verarbeitungszentrum für ihre KMU-Kredite. Valiant migriert wie vorgesehen auf Finnova, PostFinance bleibt im Kreditgeschäft auf Avaloq.
Vor einem Jahr kündigten PostFinance und Valiant eine Kooperation im KMU-Kreditbereich an. Im Rahmen dieser Kooperation wurde damals entschieden, auf die gleiche Informatikplattform zu migrieren. Weil die Valiant zurzeit von der Bankensoftware IBIS auf Finnova migriert, erschien es als naheliegend für PostFinance, im Kreditgeschäft ebenfalls auf Finnova zu migrieren. Bislang setzt PostFinance im Kreditgeschäft die Kernbankenlösung von Avaloq ein.
Doch mehrere Monate nach diesem Migrationsentscheid haben die beiden Banken nun festgestellt, dass es viel zu teuer wäre, eine gemeinsame IT-Plattform zu betreiben. Auf die gemeinsame Verarbeitung von Krediten werde "vorläufig verzichtet", schreiben sie heute in einer Mitteilung. Die Kreditverarbeitung soll weiterhin auf getrennten Plattformen realisiert werden. Diese würden "vorerst nicht zusammengeführt".
Als Grund für den Abbruch der IT-Migration geben die beiden Banken an, dass die Kosten für die Zusammenführung der Informatik die Einsparungen bei den Betriebskosten übersteigen würden. Die Mitarbeitenden der Kreditverarbeitungsabteilungen bleiben deshalb wie bisher bei PostFinance beziehungsweise Valiant angestellt. Das vorgesehene gemeinsame Kreditverarbeitungszentrum, die Ende 2009 gegründete ValFinance AG, wird damit gar nicht erst operativ.
Es muss hier vielleicht betont werden, dass die beiden Banken dennoch weiterhin gemeinsam KMU-Kredite vergeben. Einzig das Verarbeitungszentrum wird nicht entstehen. PostFinance und Valiant haben bereits im November 2009 erste KMU-Produkte lanciert. Zudem arbeiten die beiden Banken künftig auch bei Hypothekarprodukten für Privatkunden zusammen, wie heute mitgeteilt wurde. Die bisherige Hypotheken-Kooperation mit der Münchner Hypothekenbank läuft parallel weiter.
PostFinance-Sprecher Marc Andrey wollte gegenüber inside-it.ch keine Angaben darüber machen, wie viel bisher in die nun abgebrochene IT-Migration investiert worden ist und wie teuer das Projekt gewesen wäre. Valiant-Sprecherin Valérie Bodenmüller betont zudem, dass der Wechsel der Valiant von IBIS auf Finnova planmässig verläuft. Das Going-Live auf Finnova ist nach wie vor per 1. Januar 2011 vorgesehen. (Maurizio Minetti)

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