Power over Ethernet "plus": Mehr Strom bringt auch mehr Risiken

17. Februar 2009, 14:36
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    Power over Ethernet (PoE) – die Möglichkeit, gewisse am IP-Netzwerk hängende Endgeräte direkt über das Netzwerkkabel mit Strom zu versorgen – ist eine praktische Sache.

    Power over Ethernet (PoE) – die Möglichkeit, gewisse am IP-Netzwerk hängende Endgeräte direkt über das Netzwerkkabel mit Strom zu versorgen – ist eine praktische Sache. Mit dem bisherigen PoE-Standard IEEE 802.3af ist die maximale Stromaufnahme der Endgeräte aber auf 12,95 Watt eingeschränkt. Der neue "PoEplus"-Standard IEEE 802.3af, der im Laufe dieses Jahres eingeführt werden dürfte, wird diese Grenze nun auf 24 Watt erhöhen. Dies soll es ermöglichen, auch etwas stromhungrigere Endgeräte anzuschliessen, zum Beispiel "beweglichere" IP-Kameras mit PAN/Tilt/Zoom-Funktionen, VOIP-Videotelefone, POS-Terminals, Multiband Wireless Access Points oder RFID-Leser.
    Ursprünglich war es sogar geplant, die maximale Leistung auf 30 Watt zu erhöhen, was die IEEE aber vorerst aufgeben musste. Neben den Vorteilen berge der Einsatz von PoEplus aber trotz der Reduktion auf 24 Watt gewisse Risiken, wie der Kabelhersteller Reichle & De-Massari (R&M) warnt, die man bei der Planung berücksichtigen sollte. Unter anderem erwärmen sich die Kabel stärker, vor allem innen liegende Kabel in Kabelbündeln. Das führt dazu, dass die maximal zulässige Kabellänge verringert wird. Zudem ist die maximale, vom Standard "erlaubte" Temperatur (Aussentemperatur plus Temperaturanstieg von etwa 4 bis 10 Grad) auf 60 Grad beschränkt.
    Zudem kann es beim Ein- und Ausstöpseln von unter Spannung stehenden Steckern zu kleinen Überschlagsblitzen kommen. Eine Brandgefahr besteht dadurch wohl kaum, aber die Stecker selbst können Schaden nehmen. R&M hat zu diesem Thema ein wie wir glauben recht neutral geschriebenes und informatives White Paper verfasst, das eine gute Lektüre für Leute sein könnte, die den Einsatz von PoEplus planen. (hjm)

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