Pragmatica verabschiedet sich vom IBM-Traum

14. Oktober 2004, 15:58
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Die Pragmatica-Gruppe hat das Wintel-Geschäft (Maria Polheimers ehemalige PC Net AG) an Bechtle verkauft.

"Wir wollen die IBM für KMUs werden" - so lautete einst der Slogan der Pragmatica-Holding. Der Plan: Dank der Börsenkotierung könne man eine Reihe von VARs übernehmen und einen schweizweit operierender Komplettanbieter (Infrastruktur, Business Software) für KMUs werden. Dieser Plan wurde nun mit dem Verkauf des Wintel-Geschäfts an Bechtle Systemhaus Zürich (ehemals Also Comsyt) endgültig begraben.
Insgesamt acht Mitarbeitende wechseln zu Bechtle, es wird aber auch einen "kleinen Stellenabbau" geben, wie Pragmatica-Chef Gerfried Mülleitner sagt. "Das Wintel- und Trading-Geschäft braucht eine kritische Masse, um erfolgreich zu sein. Wir haben gesehen, dass wir diese nicht rechtzeitig erreichen werden", so Mülleitner. Pragmatica werde deshalb auf IT-Strategieberatung und -Optimierung sowie auf Applikationsintegration im IBM-Umfeld fokussieren.
Börsenkotierung ein Flop?
Von den ursprünglichen Zielen beim "Reverse Takeover" der gescheiterten Complet-e im November 2000 bleibt nicht mehr viel übrig. "WinOffice", die damals übernommene Software wurde wieder ausgegliedert und mit dem Verkauf des Wintel-Geschäfts ist der einzige Expansionsschritt, der aufgrund der Kotierung zustande kam, wieder rückkgängig gemacht worden.
War das "Reverse-Takeover" der Complet-e also ein Flop, fragten wir Mülleitner. Seine Antwort ist differenziert: "Die Einschätzung, dass es zu einer Konsolidierung im Schweizer KMU-IT-Markt kommen würde, war richtig. Rückblickend wurde aber klar, dass wir unsere Ziele nicht schnell genug erreichen wurden." (Christoph Hugenschmidt)

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