Preisabsprachen führen zu Entschädigungswelle

14. Oktober 2005, 11:25
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Kartellabsprachen bei Speicherchips: Samsung zu 300 Millionen Dollar Busse verurteilt.

Kartellabsprachen bei Speicherchips: Samsung zu 300 Millionen Dollar Busse verurteilt.
Samsung Electronics hat zugegeben, vor einigen Jahren bei einem globalen Kartell beteiligt gewesen zu sein, dass die Presse künstlich hoch hielt. Samsung ist der grösste Hersteller von Speicherbausteinen und wird nun eine Busse von 300 Millionen Dollar bezahlen.
In den Vereinigten Staaten läuft seit drei Jahren eine Untersuchung in dieser Affäre. Auch die Chiphersteller Infineon Technologies und Hynix Semiconductor haben sich bereits schuldig bekannt. Noch hängig ist die Untersuchung gegen Micron Technology, das vierte verdächtige Unternehmen, das aber schon früh mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeitete und belastendes Material gegen die anderen drei Hersteller lieferte . Insgesamt wurden Bussen in der Höhe von gegen 650 Millionen Dollar verhängt.
Samsung würde die Vergangenheit nun gerne hinter sich lassen. Das Unternehmen erklärte in einem Statement, dass man den Prozess als abgeschlossen betrachte und nun "mit aller Kraft faire Konkurrenz und ethische Praktiken" unterstütze.
Für die am Kartell beteiligten Firmen könnte das dicke Ende aber erst noch kommen. Auf sie dürfte Sammelklagen von Konsumenten in der Höhe von hunderten von Millionen Dollar zukommen. Und noch teurer könnten die Entschädigungen an die grossen PC-Hersteller und andere Technologieunternehmen werden. Wahrscheinlich werden die Chiphersteller versuchen, die Forderungen von Kunden wie Dell, IBM, Fujitsu-Siemens oder Acer aussergerichtlich beizulegen. Ein Sprecher von Hewlett-Packard erklärte gegenüber der US-Presse, HP habe bereits eine solche Einigung mit Samsung erzielt. (hjm)

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