Preissenkung? Microsoft ändert Preispolitik für Volumenlizenzen

6. Februar 2012 um 15:55
  • channel
image

Ab 1. Juli: Tiefere Frankenpreise, und für Partner entscheidet neu der eigene Standort darüber, in welcher Währung sie kaufen können.

Ab 1. Juli: Tiefere Frankenpreise, und für Partner entscheidet neu der eigene Standort darüber, in welcher Währung sie kaufen können.
Microsoft zieht nach längerem Zögern eine sichtbare Konsequenz aus den grossen Währungsschwankungen der letzten Zeit – in der Schweiz interessiert diesbezüglich natürlich vor allem der starke Franken - und ändert auf den 1. Juli hin seine Preispolitik für Volumenlizenzkunden, wie aus einem Mail des Lizenzhändlers Comsoft direct an seine Kunden hervorgeht.
Microsoft-Schweiz-Sprecherin Barbara Josef bestätigte gegenüber inside-channels.ch eine Anpassung der Pricing Policy auf den 1. Juli hin, bei der unter anderem die Preise für Volumenlizenzen in Schweizer Franken angepasst werden sollen. Daraus auf eine generelle Preissenkung zu schliessen, wäre aber vorschnell, da Schweizer Partner sowieso schon wählen konnten, ob sie in Franken oder Euro bezahlen. Für die meisten Schweizer Unternehmen, betonte Josef, werde sich dadurch nichts ändern, weil sie ihre Lizenzen angesichts der Währungsverhältnisse bereits bisher in Euro bezogen haben. Immerhin, so Josef, wenn es eine Änderung gebe, sei diese "zumindest positiv."
Die geplanten Änderungen der Pricing Policy, betonte Magali Meier, Licence Marketing Manager bei Microsoft Schweiz, betreffen zudem direkt nur Partner, die ihre Lizenzen auch direkt bei Microsoft einkaufen. Da es keinerlei Vorschriften über die Weiterverrechnung gebe, kommt es für Reseller, die bei Distis einkaufen sowie für Endkunden also darauf an, was ihre jeweiligen Partner daraus machen.
Vorteil für internationale Partner: Mehr "Währungsfreiheit"
Konkret wird es zwei Änderungen geben, erläuterte Meier. Einerseits würden in Europa Preislisten in Lokalwährungen angepasst. Voraussichtlich betreffe dies aber nur die Preislisten in Franken und in britischen Pfund: Die Frankenpreise dürften gesenkt, die Pfundpreise erhöht werden. Die genauen Preise würden aber erst im April oder Mai festgelegt. Ab Mai sollen zudem Microsoft-Partner, damit sie sich vorbereiten können, bereits Einblick in die neuen Preislisten erhalten. Normalerweise sehen Microsoft-Partner neue Preislisten erst 30 Tage im voraus.
Die zweite Änderung ist vor allem für Partner, welche nicht nur in der Schweiz Standorte haben, interessant - und möglicherweise auch wichtiger. Ab Juli werden nicht mehr die Standorte des Kunden, sondern ihre eigenen Standorte – und eben auch internationale Standorte - darüber entscheiden, unter welchen Preislisten sie wählen können. Diese Praxis, die bisher schon für "Open"-Lizenzverträge galt, wird nun auf alle Volumenlizenzen ausgedehnt.
Davon könnten also Partner profitieren und entsprechende Währungsverschiebungen ausnützen, die auch in gewissen Ländern als Microsofthändler aktiv sind, in denen nicht in Euro oder Franken bezahlt wird. Ausdrücklich ausgenommen davon ist aber der Dollar, auch ein Standort in den USA nützt da dem Partner bei Geschäften hierzulande nichts. Ob gewisse Endkunden mit Standorten in den USA Software in Dollar beziehen können will Microsoft dagegen laut Meier weiterhin von Fall zu Fall entscheiden. (Hans Jörg Maron)

Loading

Mehr erfahren

Mehr zum Thema

image

Security-Firmen Exabeam und Logrhythm fusionieren

Investor Thoma Bravo legt die beiden SIEM-Konkurrenten zusammen.

publiziert am 16.5.2024
image

BSI kauft österreichisches Fintech

Mit der Übernahme von Riskine will der Schweizer Softwarehersteller im Ausland weiter Fuss fassen. In Österreich entsteht ein neuer Standort.

publiziert am 15.5.2024
image

Adnovum-Umsatz stagniert

Das Schweizer Software-Unternehmen hat trotzdem wieder zusätzliches Personal eingestellt und meldet eine hohe Nachfrage im Security-Bereich.

publiziert am 15.5.2024
image

AWS und Microsoft investieren Milliarden in Europa

Es fliessen viele Big-Tech-Milliarden nach Deutschland und Frankreich. Auch die Schweiz geht nicht leer aus.

publiziert am 15.5.2024