Preisverzerrung: EU-Kom­mis­sion büsst Elektronik­hersteller

24. Juli 2018, 10:55
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Die EU-Wettbewerbshüter haben gegen mehrere namhafte Elektronikhersteller eine Strafe über insgesamt 111 Millionen Euro wegen Preisverzerrungen im Online-Handel verhängt.

Die EU-Wettbewerbshüter haben gegen mehrere namhafte Elektronikhersteller eine Strafe über insgesamt 111 Millionen Euro wegen Preisverzerrungen im Online-Handel verhängt. Der Computer-Anbieter Asus, der Elektroriese Philips sowie die Unterhaltungselektronik-Marken Denon, Marantz und Pioneer hätten Online-Einzelhändlern illegalerweise Fest- oder Mindestpreise für den Weiterverkauf ihrer Produkte vorgegeben, teilt die EU-Kommission heute mit. Die grösste Einzelstrafe trifft mit rund 64 Millionen Euro Asus.
"Der Markt für Online-Handel wächst rapide und hat in Europa inzwischen ein jährliches Volumen von über 500 Milliarden Euro erreicht", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. "Mehr als die Hälfte der Europäer kaufen jetzt auch über das Internet ein. Die Massnahmen der vier Unternehmen haben für Millionen von Verbrauchern in Europa zu höheren Preisen für Küchengeräte, Haartrockner, Notebooks, Kopfhörer und viele andere Produkte geführt."
Die Wettbewerbshüter hatten im vergangenen Jahr die Ermittlungen offiziell eingeleitet. Wegen der Kooperation der Unternehmen seien nun sämtliche Strafen reduziert worden, hiess es.
Keine Anhaltspunkte für Fehlverhalten in Schweiz
Der Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) waren die Entscheide der EU bisher nicht bekannt. "Wir haben im Moment auch keine Anhaltspunkte, dass die betreffenden Hersteller auch in der Schweiz Fest- oder Mindestpreise gegenüber dem Handel durchgesetzt hätten", sagte Vize-Direktor Patrik Durcey auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'AWP'. (sda/kjo)
(Update: 17.04 Uhr): Der Artikel wurde um die Stellungnahme der Schweizer Wettbewerbskommission ergänzt.

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