Private Internetnutzung in der Schweiz erreicht Sättigung

5. Dezember 2005, 10:28
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Wer jetzt noch keinen Internet-Zugang hat, will wahrscheinlich auch keinen.

Wer jetzt noch keinen Internet-Zugang hat, will wahrscheinlich auch keinen.
Gemäss einer vom Bundesamt für Kommunikation in Auftrag gegebenen Studie dürfte sich die Verbreitung von Internet-Anschlüssen in der Schweiz in näherer Zukunft nicht mehr drastisch erhöhen. Gemäss dieser Umfrage unter rund 1000 Schweizer Haushalten in diesem Sommer verfügen gegenwärtig rund 62 Prozent der Haushalte über einen Internet-Zugang.
Deutlich mehr als ein Drittel der Haushalte hart also noch keinen Internet-Anschluss. Diese Zahl wird aber, gemäss den Resultaten dieser Umfrage, nur noch langsam kleiner werden. Von den Haushalten, die noch kein Internet haben, wollen 82 Prozent auch mindestens in den nächsten sechs Monaten keinen Zugang installieren. Besonders hoch ist dieser Anteil in der Deutschschweiz (89 Prozent), und bei älteren Leuten (91 Prozent). 80 Prozent dieser Leute braucht das Internet auch nicht am Arbeitsplatz.
Fehlendes Interesse (63 Prozent) ist mit grossem Abstand der meistgenannte Grund, keinen Internet-Zugang zu haben. 18 Prozent erklärten, sie hätten keinen Computer zu Hause und 13 Prozent kennen das Internet gar nicht. Der Preis wurde nur von 4 Prozent als Hinderungsgrund genannt.
Eine weitere Hauptfrage, der in dieser Studie nachgegangen wurde, war, ob und in welchem Masse Mobiltelefonie die Festnetztelefonie verdrängen könnte. Während das Phänomen in anderen europäischen Ländern durchaus zu beobachten ist, scheinen sich die Festnetzanbieter in der Schweiz noch keine Sorgen machen zu müssen. In 81 Prozent der Haushalte, die an der Studie teilnahmen, werden Mobiltelefone benutzt, aber trotzdem hatten schlichtweg alle noch einen Festnetzanschluss (79 Prozent analog, 18 Prozent ISDN, 2 Prozent VoIP über ADSL und ein Prozent VoIP über Kabel.)
Für mehr als zwei Drittel der Leute ist der zu hohe Preis der Grund, nicht voll aufs Handy umzusteigen. Weitere Gründe wurden wesentlich seltener genannt, zum Beispiel, dass alle Haushaltsmitglieder das Festnetz nutzen können (16 Prozent), dass sie beim Festnetz keine Angst vor gesundheitlichen Problemen haben (8 Prozent) oder dass sie ADSL nutzen und darum einen Festnetzanschluss brauchen (5 Prozent).
Wenn die Mobiltelefoniepreise allerdings noch deutlich sinken würden, dürfte sich allerdings doch langsam eine Umsteigerwelle bemerkbar machen. Immerhin vier Prozent der Umfrageteilnehmer meinten, sie würden den Festnetzanschluss sicher aufgeben, wenn das telefonieren am Handy noch um ein Viertel billige würde, und 19 Prozent würden das zumindest vielleicht tun.
Die ganze Studie, die noch viele andere fragen behandelt, kann man hier gratis herunterladen. (Hans Jörg Maron)

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