ProAlpha wechselt den Besitzer

15. August 2013, 14:02
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Firmengründer verkaufen die Mehrheit des deutschen ERP-Herstellers ProAlpha an eine holländische Beteiligungsgesellschaft. Bei der Schweizer ProAlpha-Vertretung Codex ist man erleichtert.

Firmengründer verkaufen die Mehrheit des deutschen ERP-Herstellers ProAlpha an eine holländische Beteiligungsgesellschaft. Bei der Schweizer ProAlpha-Vertretung Codex ist man erleichtert.
Die Männer hinter den grossen deutschen ERP-Herstellern sind in die Jahre gekommen. Die SAP-Gründer rund um Hasso Plattner und Dietmar Hopp zum Beispiel sind seit längerem nicht mehr operativ bei SAP tätig und nur noch Plattner nimmt als Verwaltungsrat massiv Einfluss in die Strategie des Unternehmens.
Und so war es denn kein Geheimnis, dass die beiden Gründer des SAP-Konkurrenten ProAlpha, Leo und Werner Ernst, nach einer Nachfolgelösung suchten. Diese ist nun gefunden worden. Leo und Werner Ernst verkaufen ihre Anteile zusammen mit dem Investor Beaufort Capital an die holländische Beteiligungsfirma Bregal Capital. Als Minderheitsaktionäre bleiben aber Mitgründer Martin Wolf sowie weitere Mitglieder des Managments. Die beiden Ernst-Brüder wollen sich nach Abschluss des Geschäftsjahres 2014 "schrittweise aus dem Unternehmen zurückziehen", heisst es in einer Mitteilung. Das Unternehmen betont, dass die bisherige Geschäftsführung an Bord bleibe. So bleiben Jürgen Brand Chef der ProAlpha Software AG und Markus Klahn und Matthias Kläsener sowie Entwicklungschef Martin Wolf auf ihren Posten.
Wer ist Bregal?
Der neue Mehrheitsaktionär Bregal Capital gehört der holländischen Familie Brenninkmeijer, die zu den reichsten Familien der Welt gezählt werden. Das Modeimperium C&A wurde 1841 von den beiden Brenninkmejers Clemens und August gegründet und gehört noch immer der Familie.
Bregal Capital ist in ganz verschiedenen Unternehmen unterschiedlicher Branchen in Grossbritannien, Skandinavien, Osteuropa, Frankreich und Deutschland investiert. So gehören Bildungsunternehmen, Unternehmen aus der Finanzindustrie, ein IT-Personalvermittler aber auch ein deutscher Spezialist für das Design von Autoinnenräumen zum Portfolio von Bregal. Die Investment-Firma ist an langfristigen Beteiligungen von Firmen mit Wachstumspotential interessiert, betont ProAlpha.
"Besser als der Verkauf an eine Software-Firma"
Beat Füeler vom Schweizer ProAlpha-Vertreter Codex ist zufrieden mit der nun gefundenen Nachfolgelösung. Als holländische Firma werde der neue Mehrheitsaktionär die Internationalisierung von ProAlpha eher fördern, was Codex zugute kommen werde, so Flüeler. "Soweit ich es zum heutigen Zeitpunkt beurteilen kann, ist der Verkauf an Bregal eine gute Lösung," sagt Flüeler.
Anders wäre das gewesen, wenn ProAlpha an eine Software-Firma, zum Beispiel Infor, verkauft worden wäre, betont der Codex-Geschäftsführer. Doch es sei schon seit längerem klar gewesen, dass die Gründer eine zukunftsträchtige Lösung suchen wollten.
ProAlpha ist eine vor allem im deutschen Sprachraum bekannte ERP-Lösung vor allem für mittelgrosse Industriefirmen. Kunden in der Schweiz sind zum Beispiel Bigla, Franke, Girsberger, Komax oder Reichle & De-Massari, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Lösung wird in der Schweiz und in Italien von Codex vertrieben. (Christoph Hugenschmidt)

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