Produktion der ÖV-Karte wird halb so teuer

12. November 2013, 15:12
  • e-government
  • sbb
  • verband
  • datenschutz
image

Der Aarauer Karten- und Ausweishersteller Trüb erhält den Zuschlag für die Produktion der elektronischen ÖV-Karte. Kostenpunkt: 20 statt wie bisher angenommen 40 Millionen Franken.

Der Aarauer Karten- und Ausweishersteller Trüb erhält den Zuschlag für die Produktion der elektronischen ÖV-Karte. Kostenpunkt: 20 statt wie bisher angenommen 40 Millionen Franken.
Sie wurde anfänglich für 2013, die ÖV-Karte 2015 einzuführen. Damit soll der Zugang zum öffentlichen Verkehr - zunächst nur für General-, Halbtax- und Verbundsabo-Kunden - vereinfacht werden.
Nun steht fest, welches Unternehmen die Karte herstellen wird. SBB-Sprecherin Lea Meyer bestätigt gegenüber inside-it.ch: "Die ÖV-Branche hat sich entlang der vorab festgelegten qualitativen und quantitativen Kriterien für die Trüb AG als Anbieter entschieden." Die gesamte ÖV-Branche (also nicht nur die SBB) will die Karte in der zweiten Jahreshälfte 2015 einführen.
"Vorsichtige Berechnung"
Seit über zehn Jahren wird an der Entwicklung einer solchen Karte getüftelt. Was die Kartenproduktion betrifft, hatte der Verband öffentlicher Verkehr die Kosten bisher auf 40 Millionen Franken beziffert, wobei die SBB zwei Drittel übernehmen soll. Heute spricht die SBB diesbezüglich von einer "vorsichtigen Berechnung", die man damals gemacht habe. Denn: Trüb produziert die Karten für lediglich 20 Millionen Franken. "Der Markt konnte nun bedeutend günstiger als erwartet offerieren", bestätigt SBB-Sprecherin Lea Meyer. Dazu müsse beachtet werden, dass die Kostenentwicklung im Technologiebereich sehr rasant sei.
Trüb konnte sich in einem sogenannten selektiven Verfahren gegen zwei Konkurrenten durchsetzen. Gemäss der entsprechenden Ausschreibung der SBB vom Frühjahr übernimmt Trüb - falls keine Beschwerde gegen den Entscheid eingeht - für mindestens fünf Jahre die Gesamtverantwortung für die ganze Lieferprozesskette, von der Herstellung des ÖV-Kartenrohlings bis zum Versand der Karte an die Kunden.
Die ÖV-Karte ist mit einem elektronischen Skipass vergleichbar. Sie basiert auf RFID-Technologie, die es erlaubt, Daten ohne Sichtkontakt und Berührung zu übertragen. Der eingesetzte Chip funktioniert als Identifikation der Reisenden. Die Abos sind auf dem Gerät des Kontrollpersonals ersichtlich, sobald ein Kunde den Chip an das Gerät hält. Die Daten sind laut SBB verschlüsselt und die Handhabung entspreche den Anforderungen des schweizerischen Datenschutzes. (Maurizio Minetti)

Loading

Mehr zum Thema

image

Zürcher Datenschützerin zum Cloudeinsatz: "Der Regierungsratsbeschluss ändert gar nichts"

Bei Dominika Blonski häufen sich seit dem Frühling Anfragen von Behörden zur Cloudnutzung. Im Gespräch sagt die Datenschützerin: "Ich weiss nicht, was die Absicht der Zürcher Regierung war."

publiziert am 30.9.2022 7
image

IT-Woche: Datenschutz vs. Anwälte – wer gewinnt?

Es läuft die Schlussviertelstunde des Spiels. Aktuell steht es Unentschieden. Die Anwälte sind im Angriff, aber die Datenschützer haben eine starke Verteidigung im Aufgebot.

publiziert am 30.9.2022
image

Datenschützer äussern harsche Kritik an Cloud-Entscheiden von Behörden

Die Konferenz der schweizerischen Datenschutzbeauftragten (Privatim) fordert: Kein Freipass für Microsoft 365.

publiziert am 30.9.2022
image

ALV braucht IT-Know-how für bis zu 55 Millionen Franken

In 8 Arbeitsgebieten sucht das Seco Digitalisierungs-Knowhow für die RAVs und die Arbeitslosenversicherung.

publiziert am 30.9.2022