Programmieren in der Schule: Zürich will nicht

2. Juni 2014, 14:09
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Postulat im Kantonsrat klar abgelehnt.

Postulat im Kantonsrat klar abgelehnt.
Im Zürcher Kantonsrat ist heute die Überweisung eines Postulats zur Förderung des Nachwuchses in der Informatik abgelehnt worden. EVP und EDU verlangten, Volks- und Mittelschulen sollten das Programmieren und die wissenschaftlichen Informatik-Grundkonzepte im Rahmen des Mathematik-Unterrichts fördern. Mit 153 zu 12 Stimmen wurde der Vorstoss abgelehnt.
Wie Mitunterzeichner Walter Schoch auf Anfrage erklärt, ist das Thema damit im Kanton Zürich vorerst gestorben. "Die Idee wäre gewesen, eine Kultur zu schaffen, wonach man auf Informatik aufbauen kann und diese beherrscht, statt beherrscht zu werden." Für Schoch ist klar: Künftig würden immer mehr Prozesse softwaremässig abgehandelt werden, deshalb gelte es, hier das Wissen früh aufzubauen. Auch ICT-Berufsbildung Schweiz und andere Verbände setzen sich seit längerem für einen stärkeren und früheren Informatik-Unterricht in der Schweiz ein.
Der klare Entscheid überrascht vor allem deshalb, weil laut dem aktuellen Cluster-Bericht 2011-2013 der kantonalen Standortförderung der Anteil des ICT-Sektors im Kanton Zürich bei hohen 8,3 Prozent der Bruttowertschöpfung liegt. Für die kommenden Jahre wird eine wachsende Bedeutung der Branche erwartet. Gleichzeitig fehlen in Zürich wie auch schweizweit gut ausgebildete ICT-Fachkräfte.
Als das nun abgelehnte Postulat vor zwei Jahren eingereicht wurde, betrug der ICT-Anteil am kantonalen Inlandprodukt noch 5,5 Prozent. (mim)

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