Prominente Kandidaten für die 'Big Brother Awards'

19. Oktober 2005, 14:22
  • security
  • usa
  • postfinance
  • swisscom
  • sunrise
image

Vom Bundesrat bis zur Kantonsschule werden alle Datenschnüffler an den Pranger gestellt.

Vom Bundesrat bis zur Kantonsschule werden alle Datenschnüffler an den Pranger gestellt.
Heute wurden die 58 Nominierten für die "Big Brother Awards" bekannt gegeben. Die "Preise, die keiner will" werden alljährlich in fünf Kategorien an Institutionen, Firmen und Personen vergeben, die sich als Datenschutzverletzer ausgezeichnet haben. Diese Awards werden jedes Jahr weltweit vergeben. In der Schweiz bereits zum sechsten Mal.
Die Nominationsfrist lief dieses Jahr bis Ende August. Beim Organisationskomitee gingen über 80 Vorschläge ein. Davon wurde 58 der Jury zur Beurteilung vorgelegt. 30 davon sind in der Kategorie "Staat" nominiert, wie zum Beispiel die Stadtpolizei Zürich wegen der "Fichierung von FCB-Fans". Der Bundesrat wird gleich fünf Mal nominiert. Unter anderem wegen der Einführung von biometrischen Pässen. Auch die Nationalräte Jürg Stahl und Oskar Freysinger kriegen ihr Fett weg.
In der Kategorie "Business" wurden 15 Unternehmen nominiert. PostFinance wird beispielsweise vorgeworfen, bei einer Transaktion im September 2004 persönliche Kundendaten an die USA weitergegeben zu haben. Zusätzlich wird die Einführung der neuen Postcard mit RFID-Chip (zusammen mit Kudelski) kritisiert. Weitere Nominierte sind Allianz Suisse, Swisscom oder Sunrise und Citydisc.
Zehn Kandidaten wurden in der Kategorie "Arbeitsplatz" nominiert. Dabei geht es vor allem um Überwachung und Kontrolle von Angestellten oder Schülern. Nominiert sind unter anderem McDonalds Schweiz, SF DRS oder die Kantonsschule Luzern. In der Kategorie "Lebenswerk" werden langjährige "Schnüffelbemühungen" ausgezeichnet. Dieser Gewinner wird vom Organisationskomitee ermittelt.
Die Kategorie "Winkelried" zeichnet als einzige denjenigen aus, der sich im vergangenen Jahr gegen Datenschutzverletzungen eingesetzt hat. Es ist somit der einzige positive Preis. Im Rennen sind dieses Jahr die Menschrechts-Organisation augenauf, die sich für die Rechte von Asylsuchenden bei der Registrierung von Prepaid-Handys eingesetzt hat und die Interessengemeinschaft "IG Stadt ohne Willkür" aus St. Gallen, die sich gegen das neue Polizeireglement der Stadt St. Gallen wehrte. Der Gewinner des "Winkelried"-Preises wird vom Publikum anlässlich der Preisvergabe ermittelt.
Diese findet am 29. Oktober um 20 Uhr 30 im Zürcher Kulturzentrum "Rote Fabrik" statt. Eine Liste aller Nominierten finden Sie hier. (mim)

Loading

Mehr zum Thema

image

IT-Fachkräftemangel: Wie Wachstum dennoch gelingt

Der Fachkräftemangel ist akuter denn je, besonders in der IT und Cyber Security. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach entsprechenden Services kontinuierlich. Wie gelingt der Spagat zwischen Wachstum und dem «War of Talents»? Rita Kaspar, Head of HR bei InfoGuard AG, gibt Auskunft.

image

Datenleck bei der Fremdsprach-App Duolingo?

In einem Darkweb-Forum werden die Daten von 2,6 Millionen Accounts zum Verkauf angeboten. Doch das Unternehmen bestreitet eine Sicherheitsverletzung.

publiziert am 25.1.2023
image

NCSC warnt: Kriminelle betrügen vermehrt mit QR-Codes

Dass man seit dem 1. Oktober 2022 nicht mehr mit Einzahlungsscheinen bezahlt, scheint die Betrüger zu freuen.

publiziert am 25.1.2023
image

Ukraine will bei IT-Security stärker mit der NATO zusammenarbeiten

Das von Russland angegriffene Land will offizieller Partner des "Joint Center for Advanced Technologies in Cyber Defense" der Nato werden. Andere Länder könnten davon profitieren.

publiziert am 25.1.2023