Prophezeiung #1: Konjunktur

28. Dezember 2020, 07:00
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Exklusive Ergebnisse aus der hauseigenen Forschungsabteilung.

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass dank unserer Prognose vom letzten Dezember eine Katastrophe abgewendet werden konnte: Der sogenannte Y2020-Bug, der am Jahresübergang Telco-Netze zusammenbrechen und digitale Geräte hätte abstürzen lassen. Eine Katastrophe weniger in einem nicht eben an Katastrophen armen Jahr: Immerhin.
Eine so genaue Prognose für die Wirtschaftsentwicklung zu erstellen, um allfällige Gefahren abzuwenden, ist derzeit eher schwierig. Selbst die grossen Konjunkturforschungs­koryphäenanstalten korrigieren ihre Zahlen – inklusive der wichtigen Stelle hinter dem Komma – ungewöhnlich häufig und ungewöhnlich deutlich: Das Bruttoinlandprodukt schrumpfe dieses Jahr um -3,5%, lautet die neuste Schätzung der ETH-Konjunkturforschungsstelle KOF.
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Zahlen zur Entwicklung des BIP, die dieses Jahr allein von der KOF gehandelt wurden: -2,3%, -3.6%, -4,7%, -5,5%, -5,8%, aber auch: +0,3%. Kein Anspruch auf Vollständigkeit! Statt bloss der üblichen Indikatoren griffen die Prognostiker auf zeitnähere Quellen als üblich zurück: Jobabfragen in den Arbeitsämtern, Bargeldbezüge, Mobilitäts- und Kaufaktivitäten. Die KOF stellt auch einen sogenannten Suprise Indicator zur Verfügung.
Quasi die Wundertüte des Jahres 2020.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wie soll da so ein kleiner Prognose-Think-Tank und Zukunftsforscher-Verein wie die Redaktion von inside-it.ch und inside-channels.ch den Überblick behalten. Aber auch wir haben unsere Research-Abteilung aufgestockt und mit zusätzlichem Budget ausgestattet.
Und auch wir haben neue Echtzeit-Indikatoren beobachtet: der Takt der Pressemitteilungen verzweifelter Dienstleister, die Dichte an Beschwörungsformeln in den Präsentationen von Geschäftszahlen und die Anzahl an sprachlichen Neukreationen von bahnbrechend-disruptiven Gamechangern.
Diese Daten haben wir zusammengeklaubt, durch unser Modell geschickt, mit Experteninterviews ergänzt und schliesslich Gartner zum Korrekturlesen vorgelegt.
Nun sind wir sicher: Auch 2020 geht zu Ende.
Und 2021 wird vermutlich besser.
Vielleicht aber auch nicht.

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